Steirerin wohlauf

Sensations-OP: Schwangerer Zyste von Milz entfernt

Steiermark
21.12.2024 20:15

Die Grazer sind, was die Milz betrifft, ganz vorne in der Liste zu finden – und Prof. Selman Uranüs ist als der Milz-Experte schlechthin weit über Österreichs Grenzen hinaus bekannt. Jetzt gelang ihm erstmals eine in Fachkreisen hoch beachtete Operation: Die Entfernung einer Riesenzyste an der Milz einer schwangeren Frau!

Wenn es um die Milz geht, „dann wird diesem wichtigen Organ oft viel zu wenig Bedeutung zugemessen“, sagt der hoch spezialisierte Grazer Experte Prof. Selman Uranüs. Das heißt: Sie wird, bei Problemen wie Zysten, Veränderungen, Tumoren gern  gänzlich  entfernt. Uranüs: „Weil sogar in Fachkreisen noch vielfach die Meinung vorherrscht, dass man gut ohne sie leben kann. Das kann  man zwar wirklich, dennoch kommt diesem hoch durchblutenden Organ eine so große Bedeutung zu, dass man im Zweifelsfall unbedingt milzerhaltend operieren sollte.“ Die Milz sei wichtiger Blutreiniger, „in einer Stunde geht unser gesamtes Blut zwei Mal durch dieses wichtige Organ, das alle Fremdstoffe wie Keime herausfiltert, bevor sie zu Krankheiten werden“. 

Professor Selman Uranüs zu Besuch in der „Steirerkrone“-Redaktion
Professor Selman Uranüs zu Besuch in der „Steirerkrone“-Redaktion(Bild: Christa Blümel)

Der Mediziner selbst hat in seiner eindrucksvollen chirurgischen Laufbahn bereits 180 solcher OPs erfolgreich durchgeführt, Patienten kommen aus Deutschland, der Schweiz, Italien, der Türkei zu ihm. Doch das hat er nun zum ersten Mal – und laut ihm gibt es auch weltweit keine Veröffentlichung, dass es ein anderer Chirurg schon gemacht hätte – einen vielfach beachteten Eingriff geschafft: eine Riesenzyste an der Milz einer Schwangeren entfernt! Uranüs: „Die Frau wurde schwanger, unmittelbar nachdem bei ihr plötzlich eine Zyste diagnostiziert worden war. Mit 13,5 Zentimetern doppelt so groß wie das Organ selbst.“ Ein enormes Risiko auch deswegen: „Wenn diese platzt weil das Ungeborene wächst, die Gebärmutter darauf drückt, dann hätte das zu inneren Blutungen führen können. Und damit zu Lebensgefahr für Mama und Kind.“ Für den Eingriff gab es nur ein minimales Zeitfenster, nämlich kurz nach den ersten drei Monaten; dann sind die Organe des Embryos ausgebildet, was Uranüs nicht durch eine Narkose beeinflussen wollte. Und danach würde die Gebärmutter zu schnell wachsen.

Der weiße Fleck rechts zeigt die riesige Zyste am Röntgenbild
Der weiße Fleck rechts zeigt die riesige Zyste am Röntgenbild(Bild: Uranüs)

Jetzt gelang der Eingriff, der drei Stunden dauerte. Und bei dem die Zyste entfernt wurde, die mehr als ein Liter Blut und Flüssigkeit enthielt! Uranüs: „Mama und Baby sind wohlauf, ich freue mich sehr, alles ist gut gelungen.“

 Der Top-Chirurg hat nun einen Appell, selbst an die Kollegen: „Dass der Milz mehr Beachtung zugestanden wird.“

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