Schock in Hollywood

Regisseur Rob Reiner und Frau zu Hause erstochen

Ausland
15.12.2025 07:16

Hollywood steht unter Schock. Rob Reiner und seine Ehefrau Michele Singer wurden am Sonntagmorgen (Ortszeit) tot in ihrer Villa im Los-Angeles-Stadtteil Brentwood entdeckt. Die Mordkommission ist vor Ort – der legendäre Regisseur und seine Frau wurden erstochen.

Ein Assistent von Reiner hatte die beiden Opfer gegen 15.40 Uhr entdeckt und den Notruf gewählt. Laut Margaret Stewart, Sprecherin der Feuerwehr, wurde zuerst nur ein „Rettungswagen für einen medizinischen Notfall“ angefordert. Doch für Reiner (78) und Singer (67) kam jede Hilfe zu spät, weshalb die Mordkommission gerufen wurde. Ein Großaufgebot der Polizei riegelte die Chadboure Avenue in der Nobel-Nachbarschaft ab. Kurz darauf soll laut einem Augenzeugen bei „ABC7“ der mit Reiner befreundete Schauspieler Billy Crystal an dem bereits mit Weihnachtslichtern dekorierten Anwesen erschienen sein und wurde hereingelassen: „Er ist kurz darauf in Tränen aufgelöst aus dem Haus gekommen.“

Laut einem Polizei-Insider bei der „Los Angeles Times“ soll es keine Spuren eines gewaltsamen Eindringens geben und ein Familienmitglied im Zusammenhang mit den Toten von der Polizei vernommen worden sein. Am Sonntagabend bestätigte ein Sprecher der Familie die schreckliche Tat: „Mit tiefer Trauer müssen wir das tragische Ableben von Michele und Rob Reiner bekannt geben. Unsere Herzen sind durch diesen plötzlichen Verlust gebrochen und wir bitten um die Wahrung unserer Privatsphäre während dieser unglaublich schwierigen Zeit!“

Rob Reiner und Ehefrau Michele mussten tragisch ihre Leben lassen.
Rob Reiner und Ehefrau Michele mussten tragisch ihre Leben lassen.(Bild: Krone KREATIV/EPA/Ron Sachs, AFP/Maria Tama)

Sohn Nick Reiner „Person von Interesse“
Laut der „New York Post“ soll es sich bei dem von der Polizei vernommenen Familienmitglied um den 32-jährigen Sohn Nick Reiner handeln. Laut einem Insider wird er von der Polizei im Zusammenhang mit dem Doppelmord als „Person von Interesse“ eingestuft.

Nick Reiner hatte sich in der Vergangenheit offen über seine Drogenprobleme geäußert. 2016 schrieb er ein teilweise autobiografisches Drehbuch mit dem Titel „Being Charlie“, das sein Vater als Regisseur verfilmte. Dem Magazin „People“ verriet Nick Reiner bei einem Interview zum Film, dass er bereits mit 15 das erste Mal in der Entzugsklinik und wegen seiner Drogenabhängigkeit öfter auf der Straße gelandet war.

„Ich war obdachlos in Maine, ich war obdachlos in New Jersey und ich war obdachlos in Texas“, erinnerte sich Nick. „Ich verbrachte Nächte auf der Straße, mehrere Wochen lang. Es hat keinen Spaß gemacht.“ Nick enthüllte, bis 2013 weitere 17-mal in der Reha gewesen zu sein. Er sagte zum Zeitpunkt der Veröffentlichung von „Being Charlie“, dass er hoffe, von Drogen fernzubleiben, um niemals wieder obdachlos zu werden. „Als ich da draußen war, hätte ich sterben können. Es ist alles Glück. Du würfelst und hoffst, dass du es schaffst“, schilderte er gegenüber „People“.

Am Tatort in Los Angeles
Am Tatort in Los Angeles(Bild: AFP/MARIO TAMA)

Einer der gefragtesten Hollywood-Regisseure
Rob Reiner, der Sohn des Regisseurs Carl Reiner, wurde zunächst als Schauspieler bekannt, vor allem durch seine Rolle als Michael „Meathead“ Stivic in der Serie „All in the Family“. Für seinen Part in der Sitcom von 1971 bis 1978 gewann Reiner zwei Emmy-Awards und erhielt fünf Golden-Globe-Nominierungen. In den 1980er-Jahren erfand Reiner seine Karriere neu – mit der visionären Komödie „This Is Spinal Tap“, die später unzählige weitere Mockumentarys inspirieren sollte.

In den folgenden zwei Jahrzehnten wurde er zu einem der gefragtesten Regisseure Hollywoods – dank Klassikern und großen Kassenerfolgen wie „Stand By Me“ (1986), „Die Braut des Prinzen“ (1987), „Misery“ (1990), „Eine Frage der Ehre“(1992), „Hallo, Mr. Präsident“ (1995) und „Das Beste kommt zum Schluss“ (2007).

Reiner mit Billy Crystal, der den Tatort besucht hat und Zeugen zufolge aussah, als würde er ...
Reiner mit Billy Crystal, der den Tatort besucht hat und Zeugen zufolge aussah, als würde er weinen, bevor er den Ort wieder verließ.(Bild: AFP/FREDERIC J. BROWN)

Reiners Film „Harry und Sally“ aus dem Jahr 1987 gilt für viele als die beste romantische Komödie aller Zeiten. Am Set hatte Reiner auch seine spätere Ehefrau kennengelernt, die Fotografin Michele Singer. Die beiden heirateten 1989 und bekamen drei Kinder: Jake, Nick und Romy. Zuvor war Reiner mit der inzwischen verstorbenen Schauspielerin und Filmemacherin Penny Marshall verheiratet. Gemeinsam adoptierten sie ein Kind. Marshall starb 2018 im Alter von 75 Jahren.

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