Über eine Senkung des Strompreises dürfen sich die Kunden des Tiroler Landesenergieversorgers Tiwag freuen, wie die „Krone“ berichtete. Nun kündigte der Netzbetreiber Tinetz am Freitag eine Erhöhung der Netzgebühren an. Sollte der Bund die Abgaben für die Netzgebühren wie geplant erhöhen, könnte es teuer werden.
Kaum eine Materie ist so komplex wie die Kosten für die Energie, die die Kunden zahlen müssen. Auf der einen Seite gibt es den Preis für den Strom an sich. Auf der anderen Seite steht der Preis für die Infrastruktur, also das Netz, das benötigt wird, um den Strom zum Endverbraucher zu bringen.
Strompreis sinkt, Netzgebühr steigt
Wie berichtet, senkt die Tiwag den Preis für den Strom ab dem 1. Dezember um zwei Cent auf 9,8 Cent pro Kilowattstunde (kWh) netto. Für viele Tirolerinnen und Tiroler ein Grund zur Freude. Doch diese Freude wird nun etwas getrübt. Denn am Freitag kündigten die beiden Tinetz-Geschäftsführer Thomas Trattler und Thomas Rieder eine Erhöhung der Netzgebühren für 2025 an.
Erhöhung durch Staat noch ungewiss
Die Erhöhung der Netzgebühr an sich beträgt pro Jahr „nur“ 25 Euro bzw. 8,3 Prozent (inklusive Umsatzsteuer). Um Aufklärung bemüht sind die beiden Geschäftsführer bei folgendem Punkt: Zu den Netzkosten kommen der Erneuerbaren-Förderbetrag, die Erneuerbaren-Förderpauschale sowie die Elektrizitätsabgabe hinzu. „Diese werden zwar von der Tinetz eingehoben, wir geben sie aber eins zu eins an den Staat weiter“, erklären Trattler und Rieder.
Bis zum Jahr 2024 rechnen wir mit Investitionen von rund drei Milliarden Euro.
Thomas Rieder und Thomas Trattler
Verdoppelung steht im Raum
Sowohl der Erneuerbaren-Förderbeitrag als auch die Ereneuerbaren-Förderpauschale waren 2022 und 2023 in Folge der exorbitanten Strompreise ausgesetzt. Nun will Väterchen Staat aber wieder mitnaschen. Sollte es so kommen, wie geplant, steht laut den Tinetz-Bossen eine Verdoppelung im Raum. Und zwar von 60 auf 120 Euro.
Bleibt es gleich teuer wie bisher?
In vereinfachten Worten und konkreten Zahlen ausgedrückt: 2025 zahlen die Tiwag- und Tinetz-Kunden für den Strom jährlich rund 84 Euro weniger, für das Netz 25 Euro mehr. Unterm Strich werden die gesamten Energiekosten also um 60 Euro weniger.
Sollte die Regierung die genannten Beiträge tatsächlich von 60 auf 120 Euro verdoppeln, bleibt es für den Endkunden quasi gleich teuer wie bisher.
Forderung: Ausnahmeregelung soll weiterhin bleiben
Abschließend betonen die beiden Geschäftsführer, dass die Netztarife eins zu eins in die Investitionen für die Energiewende fließen. In den Ausbau des Netzes fließen 2025 rund 150 Millionen Euro. „Bis zum Jahr 2024 rechnen wir mit Investitionen von rund drei Milliarden Euro“, so Trattler und Rieder.
Beide sprechen sich dafür aus, dass „der Gesetzgeber weiterhin eine Ausnahmeregelung treffen sollte. So wie es auch LH Anton Mattle und AK-Präsident Erwin Zangerl gefordert haben“.
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