Amerika hat gewählt.
Und zwar, wie seit der Mitte des 19. Jahrhunderts festgeschrieben, am ersten Dienstag nach dem ersten Wochenende im November. Ein nur auf den ersten Blick seltsam anmutendes Datum.
Die Gründe dafür liegen tatsächlich in der Weite der Prärie und in der Geschichte sowie der sehr verbreiteten tiefen Religiosität des Landes. Im November wird gewählt, weil die Bauern, also die Farmer, zu dieser Jahreszeit die Ernte bereits eingebracht haben und daher auch für ein paar Tage abkömmlich sind. Das ist wichtig, weil der Weg in die nächste Ortschaft, in das nächste Wahllokal damals mit Pferd und Planwagen schon mal einen Tag dauern konnte. Da der Kirchgang am Sonntag als heilige Pflicht angesehen wurde, fiel der Sonntag als Wahltag aus. Also Dienstag.
Aber auf den ersten Dienstag im November fällt hin und wieder Allerheiligen. Daher der erste Dienstag nach dem ersten Wochenende im November.
Doch die Amerikaner wählen den Präsidenten, die Präsidentin nicht direkt. Die wirkliche Wahl findet diesmal am 17. Dezember statt – am Montag nach dem zweiten Mittwoch im Dezember. Da treten in allen Hauptstädten der Bundesstaaten die – gestern vom Volk gewählten – Gremien der Wahlmänner und -frauen zusammen und geben ihre Stimmen ab. Erst am 6. Jänner wird im Kongress in Washington das Ergebnis offiziell bekannt gegeben. Und am 20. Jänner folgt die Vereidigung.
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