
Warum liegt Donald Trump im Rennen um die US-Präsidentschaft Kopf an Kopf mit Kamala Harris? Dazu muss man die Machtstrukturen der USA verstehen. Dümmlich-arrogant wäre es, Trump-Fans als ungebildete Rechtsextreme abzuqualifizieren: Die US-Wähler messen Trump an seinen Taten in der ersten Amtsperiode, nicht an seinen Worten im dritten Wahlkampf.
Zwei Punkte sprechen für ihn: Unter seiner Präsidentschaft gab es einen Wirtschaftsaufschwung, keine Kriege. Viele Amerikaner glauben an Wachstum und Jobs mit „America First“, also Sanktionen gegen China und Europa. Bei den Jungen punktet Trump mit Krypto-Währungen. Mit Kursfeuerwerken an den Börsen darf bei seinem Sieg spekuliert werden.
2016 wurde Trump von Mark Zuckerberg (Facebook-Gründer) unterstützt. Nun wirft sich der einflussreiche Elon Musk, Besitzer des Nachrichtendienstes X (Twitter), in die Schlacht. Der X-Faktor ist ein echter Boost für Trumps Kampagne. Dafür kann Musk Aufträge und ein Amt erwarten. Sogar der liberale Amazon-Gründer Jeff Bezos greift Trump unter die Arme, wenn seine relevante „Washington Post“ auf eine Wahlempfehlung für Harris verzichtet und dafür 200.000 Abonnenten verliert.
De facto sind die US-Wähler konservativ und national, was gegen die erste Frau als Präsidentin spricht. Deshalb tendieren die Swing States, die eine Mehrheit bringen, zu Trump. Auch das wäre nicht das Ende der Demokratie.
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