Ein Mann, ein Wort. Hätte es dieser Klarstellung überhaupt noch bedurft? Mehrfach hat Karl Nehammer zuletzt bekräftigt, dass für ihn in Sachen Herbert Kickl auch nach der Wahl das gilt, was er auch im Wahlkampf gesagt hat: Mit ihm könne er keine Koalition eingehen. Gestern trafen sich der ÖVP-Chef und aktuelle Bundeskanzler und der FPÖ-Chef und Wahlsieger vom 29. September zu dem von Bundespräsident Alexander Van der Bellen angeregten Gespräch. Der Präsident hatte ja Zweier-Gespräche zwischen Kickl und Nehammer, Nehammer und Babler sowie Babler und Kickl eingemahnt, um zu erfahren, ob die bisher bekannten Haltungen der Parteichefs von FPÖ, ÖVP und SPÖ tatsächlich auch weiter gelten. Im Fall Nehammer wissen wir nun endgültig: Bei ihm gilt es – und zwar unumstößlich. Auch wenn das nicht allen gefällt: Ein Mann, ein Wort.
Kein Steigbügelhalter. In seinem Statement nach dem gestrigen Gespräch mit Herbert Kickl äußerte sich Karl Nehammer ganz klar. Noch einmal zählte er durchaus drastisch auf, was in seinen Augen alles gegen Kickl spricht. Zusammengefasst: Dieser sei nicht bereit, Verantwortung zu übernehmen, seine Haltung zur Demokratie sei bedenklich, auch in Sicherheitsfragen bestünden große Zweifel gegenüber Kickl. Er verbreite zudem Angst, falle Verschwörungstheorien anheim, bei ihm regiere Hass, er neige zu Radikalisierung. Daher der Schluss Nehammers: „Ich werde nicht den Steigbügelhalter für Herbert Kickl machen.“ Ob das eine endgültige Absage an die FPÖ sei, wurde er von Journalisten gefragt? Nein, es sei eine Absage an Kickl. Es könnte in letzter Konsequenz auch eine Ansage in Richtung eigenem Abgang sein, falls Teile der ÖVP noch deutlicher Sympathien für die FPÖ – samt Kickl – als bisher schon zeigen.
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