Sechs Siege, ein Overtime-Punkt und nur eine Niederlage – der Start der neu formierten Grazer Eishockey-Truppe in die Saison lief ganz nach Wunsch. Ehe die 99ers am Freitag (Start um 19.30 Uhr) Bozen zum Duell um die Tabellenspitze empfangen, blickt Michael Schiechl erfreut auf die acht Punkte auf seinem Konto, welche ihm seinen x-ten Frühling versüßen.
„So will ich meine Karriere nicht beenden“, knurrte der 35-Jährige nach der letzten „Albtraum-Saison“, die die 99ers ja als Letzter beendeten. Zwei Jahre hat der Ex-Teamstürmer aus Zeltweg in Graz verlängert – und mit Wohlgefallen notiert, dass Neo-Präsident Herbert Jerich, Sportdirektor Philipp Pinter und Trainer Harry Lange ein Team formiert haben, das träumen lässt. „Beim Scouting ist gut gearbeitet worden“, so Schiechl, „da sind wirklich gute Leute geholt worden, die jetzt noch als Einheit zusammenwachsen müssen.“
Was anderes als in Innsbruck oder Laibach
Schiechl weiter: „In der Abwehr gibt uns Holzer (Anm. Ex-NHL-Profi) viel Ruhe – und vorne sind Spieler mit viel Potenzial (Anm.: Gooch, Roy, Ticar, Haudum) geholt worden, die bei ihren Klubs Topscorer waren. Einige müssen aber noch ihre neuen Rollen akzeptieren und verstehen, was es braucht, um zu gewinnen. Denn es ist etwas anderes, in Innsbruck oder Laibach zu glänzen, oder mit einer potenziellen Meistermannschaft ganz vorne anzuklopfen. Wenn wir das wollen, müssen alle ihr Bestes abrufen.“ Wie Gewinnen geht, weiß Schiechl aus eigener Erfahrung genau – schließlich hat er mit Salzburg 2010 und 2011 die Meisterschaft gewonnen.
„Gegen Bozen und Salzburg werden wir jetzt sehen, wo wir wirklich stehen“, sagt der Hobby-Imker – eins hat sich unter seinem ehemaligen Mitspieler Harry Lange aber schon sichtlich verbessert: „Es ist etwas ganz Anderes, wenn man endlich wieder gewinnt. Der Spaß am Eishockey ist wieder da!“
Etwaige Turbulenzen können dem alten Haudegen nichts anhaben: „Einen dreifachen Familienvater schreckt so leicht nichts mehr!“
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