Kickl abblitzen lassen. Verschiedene Szenarien, wie es jetzt nach den Wahlen und dem Statement des Bundespräsidenten zur Regierungsbildung weitergehen könnte, zählen wir heute in der „Krone“ auf. Eine Variante dürfte die unwahrscheinlichste sein: Van der Bellen beauftragt Herbert Kickl mit der Regierungsbildung. Das könnte höchstens dann passieren, wenn sich ÖVP-Chef Nehammer oder gar SPÖ-Chef Babler gegenüber der FPÖ öffnen. Das gilt in der derzeitigen Phase als so gut wie ausgeschlossen – außer Kickl macht in den vom Präsidenten eingeforderten Gesprächen in dieser und der nächsten Woche einem oder beiden Herren absolut unwiderstehliche Angebote, die sie schwach werden lassen. Ein anderes Szenario klingt weit realistischer: Bleiben Nehammer und Babler ihren bisherigen Aussagen – vorerst? – treu, und lassen Kickl weiter abblitzen, dann könnte Van der Bellen mit dem ÖVP-Chef erstmals die zweitstärkste Kraft darum ersuchen, eine stabile Regierung zu bilden. Wobei sich dann wohl die Neos dazugesellen müssten, um dieses türkis-rot-pinke Zuckerl zu formieren. Das freilich vielen – und das beileibe nicht nur Blauen – so gar nicht schmecken will.
…oder Neuwahlen. Was bleiben sonst noch für Möglichkeiten? Der Bundespräsident könnte auch über die Frist in der kommenden Woche hinaus den Ball bei den Parteichefs liegen lassen und warten, bis zwei von ihnen mit einer fertigen Lösung in die Hofburg pilgern. Und wenn all das nicht fruchtet? Wenn sich keine zwei (oder drei) Parteichefs zusammenraufen, um das Land in die nähere Zukunft zu führen? Dann blieben als Schreckensszenario immer noch Neuwahlen, wenn sich keine Partner finden. „Rechnen Sie mit Neuwahlen?“ wollten wir gestern von unseren Usern in der „Frage des Tages“ wissen. Das durchaus überraschende Ergebnis: Die Hälfte der Abtimmenden kann sich das vorstellen. Ob sie es sich wünschen? Das werden wir auch noch fragen müssen.
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