Wer bekommt in Innsbruck eine Stadtwohnung? Das regeln strikte Kriterien. Doch diese wurden nun gelockert. Die Wartelisten dürften länger werden. Das Wohnproblem in Innsbruck löst das neue Vergabesystem freilich nicht.
Traum Stadtwohnung. Für manche in Anbetracht der exorbitanten Mietpreise in der Landeshauptstadt die einzige Möglichkeit, in Innsbruck wohnen zu können. 17.500 Stadtwohnungen gibt es, 5000 bis 7000 Personen stehen auf der Warteliste. Um so eine leistbare Wohnung mieten zu dürfen, muss man bekanntlich bestimmte Kriterien erfüllen und wartet dann oft einige Jahre auf der Wohnungsvergabeliste.
Senioren, junge Menschen, Alleinerziehende, Personen mit hoher Wohnkostenbelastung oder auch Ehrenamtliche erhalten etwa mehr Punkte.

Bürgermeister Johannes Anzengruber
Bild: Christof Birbaumer
Nach „Knieschuss“ nun neue Richtlinien
Nach dem „Knieschuss“ der zweiten Vergabeliste in der vergangenen Legislaturperiode hat die neue Koalition nun neue Vergaberichtlinien ausgearbeitet, die am Donnerstag im Gemeinderat beschlossen werden und mit Juni 2025 in Kraft treten.
Die neuen Konditionen sollen mehr Menschen auf die Liste bringen, etwa auch den Mittelstand (Nettofamilieneinkommen wird von 40 auf 33 Prozent reduziert) sowie Menschen, die vier statt wie vorher fünf Jahre den Hauptwohnsitz in Innsbruck haben.
Ja, es werden mehr Menschen auf der Liste stehen, aber wir werden ein ehrliches Bild vom Wohnungsmarkt haben.
Ausschussvorsitzender KO Benjamin Plach (SPÖ)
Und man kann sich zukünftig bereits mit 16 Jahren bewerben. Auch alle Menschen, die einen Zugang zum Arbeitsmarkt haben, sollen sich bewerben dürfen. „Ja, es werden mehr Menschen auf der Liste stehen, aber wir werden ein ehrliches Bild vom Wohnungsmarkt haben“, sagt Ausschussvorsitzender Benjamin Plach (SPÖ).
Außerdem wird die Vergabe moderner und digitaler. So soll es zukünftig möglich sein, sich bereits vorab digital Grundumrisse der Wohnungen anzuschauen. Die Vergabe soll mittels „Wohnticket“ zügiger vonstattengehen und die Wohnungen zielgerichteterer verteilt werden.
Eine digitale Plattform soll den Wohnungstausch vereinfachen. Damit sei das Wohnproblem in Innsbruck natürlich nicht vom Tisch, man arbeite an weiteren Lösungen, wie etwa Studentenheimen.
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