Nur ein Glas Wasser links außen deutete darauf hin, dass da jemand fehlte: Die „Krone“- und Puls-4-Elefantenrunde zur Nationalratswahl ging ohne Herbert Kickl über die Bühne. Nicht einmal das Versprechen, dass ihm ein Taxi gezahlt werde und er noch spontan reinschneien könne, half. Zum ORF, dem der FPÖ-Chef gerne „übelste linke Propaganda“ vorwirft, geht er aber am Donnerstag schon.
Das gute Gesprächsklima der alles andere als langweiligen Diskussion führten Werner Kogler und auch Andreas Babler dann genau darauf zurück. Dass Kickl durch Abwesenheit glänzte.
Auch das Publikum lobte die spürbar freundliche, konstruktive Atmosphäre. Und lieferte bei der Befragung während und nach der Sendung eine Riesenüberraschung. Das Match, wer am meisten überzeugen konnte, gewann Nehammer nur knapp. Beinahe hätte die einzige Frau in der Runde das Rennen gemacht.
So geht es Beate Meinl-Reisinger sehr oft. In Umfragen liegt sie, was Kompetenz und Vertrauenswürdigkeit betrifft, immer vorn. Zuletzt stieß sie sogar den Kanzler vom Thron. Auf die Frage, wer im Wahlkampf positiv aufgefallen sei, lag sie beim „Heute“-Politbarometer auf Platz 1.
Und ganz ehrlich: Hätte eine große Partei 2019 Meinl-Reisinger als Spitzenkandidatin nominiert, dann wäre die Neos-Frontfrau heute Kanzlerin.
So aber wird sie wieder hinter zumindest drei Männern landen, dem Abwesenden inklusive.
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