13.03.2013 13:20 |

"Psycho"-Geschichte

"Hitchcock": So wurde Kultregisseur zur Legende

Der Meister des Tötens als Meister des Thrillers: Anthony Hopkins, der mit seiner Rolle des psychopathischen Killers Hannibal Lecter Kultstatus erreichte, verkörpert im Biopic "Hitchcock" (Kinostart: 15. März) den britischen Regie-Altmeister. Helen Mirren spielt Alfred Hitchcocks Ehefrau Alma Reville, Scarlett Johansson ist als Filmstar Janet Leigh, die durch die Duschszene in "Psycho" weltberühmt wurde, zu sehen.

"Hitchcock" (Regie: Sacha Gervasi) basiert auf dem Buch "Alfred Hitchcock and the Making of Psycho" und erzählt die Entstehungsgeschichte des bekanntesten Thrillers aller Zeiten. Im Jahre 1959 ist Alfred Hitchcock ein gefragter Mann im Filmbusiness, er hat viele erfolgreiche Streifen in seinem Portfolio und könnte ein überglückliches Leben mit seiner Ehefrau Alma führen.

Doch Hitchcock, damals 60-jährig, fühlt eine innere Unruhe. Es ärgert ihn, dass mehrere Regiekollegen seine Art, Filme zu machen, kopieren. Er will etwas Neues in Angriff nehmen - und da fällt ihm das Buch "Psycho" von Robert Bloch in die Hände. Der Autor hatte sich vom realen Fall des brutalen Frauenmörders Ed Gein inspirieren lassen, der unweit von Blochs damaligem Wohnort in Wisconsin gefasst worden war.

Hitchcock ist sofort fasziniert von der Geschichte und will mit der Verfilmung loslegen - doch die Bosse des Filmstudios Paramount, bei dem der britische Regisseur engagiert ist, stellen sich quer. Sie glauben nicht daran, dass "Psycho" ein Kassenerfolg wird. Hitchcock setzt alles auf eine Karte und finanziert den Streifen selbst - sehr zum Missfallen seiner Ehefrau Alma, die sich mehr und mehr vom Workaholic vernachlässigt fühlt und einen Flirt mit einem attraktiven Bekannten wagt.

Hitchcock stürzt sich in die Arbeit, engagiert die hübsche Janet Leigh für die Rolle der Marion Crane, die divenhafte Vera Miles (Jessica Biel) als Marions Schwester und den relativ unbekannten Anthony Perkins (James D'Arcy) als Norman Bates. Es sind turbulente Wochen, die sich bei den Dreharbeiten von November 1959 bis Februar 1960 abspielen. Hitchcock hinkt dem Zeitplan hinterher, er kann sich der Anziehungskraft von Janet Leigh nur schwer entziehen und muss gleichzeitig fürchten, seine Gattin Alma für immer zu verlieren...

Hopkins als Hitchcock: beängstigend realistisch
"Ich erinnere mich daran, wie ich im Oktober 1960 an einem Samstagabend ins Kino ging und mir 'Psycho' ansah. Nichts hat mir in meinem Leben eine solche Angst eingejagt wie dieser Film", verrät Anthony Hopkins, der in die - im wahrsten Sinne des Wortes - füllige Rolle des Alfred Hitchcock schlüpfte. Nicht nur dank einer genialen Make-up-Crew wirkt die Darstellung des Kultregisseurs beängstigend realistisch. Hopkins' Mimik und Gestik unterstreichen einmal mehr, dass der gebürtige Waliser ein Meister seines Fachs ist.

Nicht minder überzeugend sind Oscar-Preisträgerin Helen Mirren - als treue Gattin, die immer im Hintergrund bleibt, sich aber doch nach mehr Anerkennung sehnt - und Scarlett Johansson, die das wohl berühmteste Mordopfer der Filmgeschichte verkörpert. Was sich die Filmemacher bei der Besetzung von Vera Miles gedacht haben, ist ein Rätsel. Jessica Biel, in der Vergangenheit nicht gerade bekannt für herausragende Charakterdarstellungen, versprüht den Charme einer Stehlampe.

Fazit: Regisseur Gervasi kredenzt uns ein unterhaltsames Hitchcock-Biopic zwischen wahnhaftem Fanatismus und Romantik, garniert mit exzellenten Schauspielern, allen voran Anthony Hopkins.

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