Ausgerechnet im Sub-Auftrag der staatsnahen A1 Telekom Austria waren auf einer Tiroler Baustelle offenbar „Illegale“ am Werk. Das brachte eine Polizeirazzia in Buch zutage. Die Ermittlungen laufen.
Die eigenartigen Vorgänge auf der A1-Baustelle in Buch im Bezirk Schwaz stachen Einheimischen ins Auge: Der offensichtliche Capo tauchte ziemlich leger im Trainingsanzug auf, einige Mitarbeiter schliefen in einem Fahrzeug.
Dass es sich bei den rund ein Dutzend Personen um ein buntes Nationalitätengemisch handelte, mag man noch als branchenüblich durchgehen lassen.
Um 11 Uhr stand die Polizei da
Fest steht: Vermutlich nach Hinweisen tauchte die Finanzpolizei am 16. August um 11 Uhr auf der Baustelle auf, wenig später wurden Beamte der zuständigen Inspektion Strass hinzugezogen.
„In Handschellen“, wie Zeugen schildern, wurden dann zehn Männer abgeführt. Dass ihnen bzw ihrer Firma gravierende Vergehen vorgeworfen werden, zeigt schon die Tatsache, dass alle ins Polizeianhaltezentrum (PAZ) in Innsbruck gebracht wurden.
Die Festgenommenen haben kein Arbeitsvisum für Österreich.
Polizeisprecher Christian Viehweider
Kein Arbeitsvisum für Österreich
„Ja, die zehn Personen wurden festgenommen. Sie haben keine Arbeitsvisum für Österreich“, erklärte Polizeisprecher Christian Viehweider. Die Personen stammen aus der Türkei, China und Usbekistan, also aus EU-Drittstaaten.
„Einer konnte noch Dokumente nachreichen, er wurde enthaftet“, ergänzt der Polizeisprecher. Die Ermittlungen – unter anderen wegen illegaler Beschäftigung – laufen.
Telekom Austria beteurt Sorgfalt
Peinlich für die staatsnahe heimische A1 Telekom Austria. Wir bei Sub-Firmen aus Kostengründen erst gar nicht genau hingesehen? Auf „Krone“-Nachfrage betont man: „Derzeit wird das A1 Glasfasernetz in rund 100 Gemeinden ausgebaut. Wir arbeiten ausschließlich mit österreichischen Auftragnehmern zusammen.“ Auf die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben werde genau geachtet.
„Wir nehmen den Vorfall ernst“
Zur Causa Buch heißt es knapp: „Wir nehmen den Vorfall sehr ernst, sind mit dem Auftragnehmer in intensivem Austausch.“ In den ersten beiden Quartalen 2024 kontrollierte die Finanzpolizei 1270 Betriebe in Tirol, die beantragten Geldstrafen betragen 1,02 Millionen Euro.
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