Judo-Skandal in Japan

Prügel-Coach hält Bambusrohr-Hiebe “für passend”

Sport
31.01.2013 11:28
Nachdem bekannt wurde, dass der Trainer der japanischen Olympia-Judo-Damen, Ryuji Sonoda, auf seine Athletinnen mit Bambusrohren eingedroschen hatte, äußerte sich nun der Prügel-Coach zu den Vorwürfen. Der Judo-Weltmeister von 1993 gab die Misshandlungen zu, zeigte sich aber keineswegs reumütig.

"Ich habe die Dinge auf meine Weise erledigt, ich hielt das für passend", sagte der 39-Jährige zu "Kyodo News". Er und andere involvierte Betreuer kamen mit einer Ermahnung des japanischen Verbandes davon. Entlassungen bleiben den Beschuldigten erspart. "Die Trainer kommen aber nicht ohne Sanktionen davon, wenn das noch einmal passiert", stellte Verbandschef Koshi Onozawa halbherzig klar.

Prügel-Trainer bietet Rücktritt an
Sonoda hat indes allerdings seinen Rücktritt vom angeboten. Er reagierte damit auf die Vorwürfe von 15 Athletinnen, die ihm brutale Misshandlungen vorgeworfen hatten. Mit gezielten Schlägen ins Gesicht sowie Attacken mit Bambusstäben habe Sonoda die Sportlerinnen malträtiert. Auch im Vorfeld der Olympischen Sommerspiele 2012 soll es zu gewalttätigen Übergriffen gekommen sein.

Am Ende verlief Olympia in London enttäuschend für die japanischen Judokas: Nur Kaori Matsumoto holte Gold, Japan blieb in der Judo-Nationenwertung nur Platz vier hinter Russland, Frankreich und Südkorea. 2008 hatte Japan noch vier Olympiasiege gefeiert.

Japans Minister für Bildung und Sport, Hakubun Shimomura, fordert ein radikales Umdenken im japanischen Sport: "Es ist in Japan an der Zeit, sich von der Vorstellung zu verabschieden, ein Trainer könne seinen Athleten mit Gewalt drohen."

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