Branche ist alarmiert
Bald keine Schweizer Milch mehr in Toblerone?
Schweizer Bauern sind besorgt, dass Toblerone künftig nicht mehr mit ihrer Milch hergestellt werden könnte. Dies wäre ein schwerer Schlag für die Branche, da bereits Teile der Produktion in die Slowakei ausgelagert wurden und das Matterhorn 2023 von der Verpackung verschwunden ist.
Bauern befürchten, dass die berühmte Schokolade immer weniger „Schweiz“ enthalten wird, besonders bei Produkten für den Export - die möglicherweise aber bald aus ausländischem Milchpulver hergestellt werden könnten.
Branchenexperten vermuten, dass die Produktion von Toblerone für den internationalen Markt auf ausländisches Milchpulver umgestellt wird, während die in der Schweiz verkaufte Schokolade weiterhin mit heimischen Zutaten hergestellt wird.
Kein Abnehmer für 40 Millionen Liter Milch?
Die Milchbranche ist alarmiert, da dies erhebliche Auswirkungen auf den Schweizer Milchmarkt haben könnte. Rund 40 Millionen Liter Milch könnten ihren Abnehmer verlieren, was etwa der Menge Milch von rund 6300 Kühen entspricht.
Kakaopreise setzen Schokoladenproduzenten unter Druck
Mondelez, der Hersteller von Toblerone – und u.a. von Milka –, hat sich zu den Spekulationen bislang nicht konkret geäußert, betont jedoch, dass die Auswahl der Lieferanten unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeit, Qualität und Kosten erfolgt. Die steigenden Kakaopreise setzen die Schokoladenproduzenten zusätzlich unter Druck – ausländisches Milchpulver ist günstiger als das schweizerische.
Veredelungsverkehr nimmt zu
Statistiken zeigen laut der Schweizer Tageszeitung „Blick“, dass immer mehr Milchpulver aus dem Ausland in die Schweiz gelangt, um hier verarbeitet zu werden und dann als fertiges Produkt wieder exportiert zu werden. Veredelungsverkehr nennt sich das.
Um den Wettbewerbsnachteil des teureren Schweizer Milchpulvers auszugleichen, gibt es zwar einen Fonds, der die höheren Kosten teilweise abdeckt, dennoch nimmt der Import von ausländischem Milchpulver zu. Die Branche sucht nach Lösungen, um diese Entwicklung aufzuhalten, etwa durch höhere Exportbeiträge für Schweizer Milchprodukte. Man will für die Schweizer Schokolade kämpfen, denn ohne heimische Milch sei es keine echte Schweizer Schokolade mehr.








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