Drei junge Männer haben am Montag in der Steiermark langjährige Haftstrafen ausgefasst. Sie hatten im Sommer 2022 in Kapfenberg eine obdachlose Frau bei mehreren Angriffen brutal misshandelt und ihre Taten sogar gefilmt.
Das Trio versetzte der Frau unter anderem Schläge und Tritte, bis sie regungslos am Boden liegen blieb. Bereits im Dezember 2022 sowie im Juli 2023 war der Fall im Landesgericht Leoben verhandelt worden. Im Vorjahr endete das Verfahren mit Schuldsprüchen wegen versuchten Mordes und Freiheitsstrafen in der Höhe von 14 bis 17 Jahren. Außerdem sollten die drei in ein forensisch-therapeutisches Zentrum eingewiesen werden.
Fall bereits zum dritten Mal verhandelt
Diese Entscheidung erkannte der Oberste Gerichtshof allerdings nicht an, deshalb wurde nun ein drittes Mal in Leoben verhandelt, wobei es nur um die Strafhöhe und die Einweisung ging. Alle drei Verteidigerinnen und Verteidiger sprachen in ihren Eröffnungsplädoyers von zuletzt zu hohen Haftstrafen. Diese müssten deutlich niedriger ausfallen – zumal das Opfer keine bleibenden Schäden und überhaupt nicht so schlimme Verletzungen erlitten habe, wie teilweise dargestellt, meinte einer der Juristen.
Einer der drei Beschuldigten habe mit seinen Angaben überhaupt erst zur Aufklärung der Tat beigetragen und leistete laut seiner Verteidigerin nur einen „untergeordneten Tatbeitrag“. Er habe dennoch beinahe die Höchststrafe erhalten, das sei zu viel. Nach den Beratungen der Geschworenen und der Berufsrichter fielen die Haftstrafen am Montag niedriger aus: zehn Jahre und neun Monate, zwölf Jahre und acht Monate sowie 13 Jahre und sieben Monate. Außerdem werden sie in ein forensisch-therapeutisches Zentrum eingewiesen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
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