Grillen ist ein Ritual, eine Kunstform und für viele Männer eine Leidenschaft, die tiefer geht als das einfache Braten von Fleisch über offenem Feuer. Der Geruch von Rauch, lodernde Flammen und die Vorfreude auf Essen aktivieren die Urinstinkte, wecken den Neandertaler in uns. Am Wochenende vor allem im Mühlviertel.
Grillen ist obendrein auch mehr als nur Kochen: Es ist eine soziale Aktivität. Der Grillmeister steht oftmals im Mittelpunkt des Geschehens, umringt von Freunden und Familie, die gespannt auf das Ergebnis warten. Zudem sorgt es für eine lockere, entspannte Atmosphäre, in der Gespräche leichter fließen und das Gemeinschaftsgefühl gestärkt wird.
Grillen nach wie vor Männersache
Consumer-Checks des freiwilligen, unabhängigen und überparteilichen Handelsverbands und MindTake Research haben ergeben: Die kulinarischen Vorlieben fallen je nach Geschlecht recht unterschiedlich aus: Während bei Männern Schweinefleisch und Bratwürstel (je 55 Prozent) sowie Geflügel (47%) und Käsekrainer (42%) ganz oben auf der Liste stehen, trifft das bei 64…Prozent der Damen auf Grill-Gemüse und bei 49…Prozent auf Geflügel zu. Für die klare Mehrheit (54 Prozent) ist Grillen nach wie vor ein Männerding, nur für sieben Prozent Frauensache. 39…Prozent der Befragten sagen, es wäre fifty-fifty.
Pabneukirchener erneut Grillweltmeister
Letzteres bekräftigt auch der mehrfache Grillweltmeister Leo Gradl aus Pabneukirchen. „Natürlich haben wir Männer noch einen Vorsprung, aber in den letzten Jahren hat sich einiges getan, greifen auch immer mehr Frauen zur Grillzange, und das ist auch gut so.“ Der Strudengauer selbst ist gerade erst aus Stuttgart zurückgekehrt, hat dort zuletzt mit Tiroler Freunden den Weltmeistertitel im Fachgebiet Fisch „erbrutzelt“.
Gewürzmischungen („Rubs“) – wie die beiden unten – geben dem Grillgut die richtige Würze. Man kann sie – ähnlich wie bei einer Marinade – schon Stunden vorm Barbecue auf das Grillgut geben und dieses damit „rubben“. So haben die Gewürze genügend Zeit, dem Fleisch den gewünschten Geschmack zu verleihen, und durch das enthaltene Salz setzt auch eine Art Pökeleffekt ein.
5 EL grobes Natursalz, 1 TL Rosmarin (grob gehackt), 1 TL Thymian (ohne Stängel), 1 TL Salbei (grob gehackt), 1/2 TL grüne Pfefferkörner, 1 EL schwarze Pfefferkörner, 1/2 TL rosa Pfefferbeeren. Für Steaks die Mischung grob mörsern, für Beilagen und Saucen etwas feiner. Mit getrockneten Gewürzen kann man das Ganze auch auf Vorrat mischen.
2 Esslöffel (EL) Paprikapulver, 1 EL gemahlener Kreuzkümmel, 1 Teelöffel (TL) schwarzer Pfeffer, 3 EL Basisgewürz (oben), 2 EL Rohrzucker, 1 EL Oregano, 1/2 TL Piment gemahlen, 1/2 TL Zimtpulver, 1 TL Cayennepfeffer. Bei direktem Grillen keinen Rohrzucker verwenden, bei indirektem Grillen das Grillgut mit Knoblauchöl oder Spezialsenf einreiben und mit dem Gewürz kräftig bestreuen.
„Smoke on the Water“ für wahre Grill-Enthusiasten
Bei ihm zu Hause geht’s kommendes Wochenende wieder mal heiß her. Gradl veranstaltet dort im „Stillen Tal“, wo er in der historischen Schurzmühle eine Grillschule betreibt, wieder sein „Smoke on the Water“-Festival, das die Herzen von Grill-Fans höher schlagen lässt. Denn der selbst ernannte „Gaumensexkulinariker“ und sein Team lassen es am 10./11. August ordentlich krachen. Bei unzähligen Stationen wird über offenem Feuer sowie mit Holzkohle und auf Feuertischen gegrillt. Neben einem „Asado“ (von Wasserkraft betrieben), einem Schaukohlenmeiler, Topfen räuchern und Kindergrillen gibt’s Streetfood bis zum Abwinken. „Alle Portionen sind klein gehalten, damit man sich auch richtig durchkosten kann“, so Gradl.
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