Experten schlagen Alarm: Der Respekt gegenüber Frauen werde immer weniger, die Gewalt nehme zu. Vor allem bei männlichen Jugendlichen gebe es einen Rückschritt beim Frauenbild. Die Tiroler Grünen fordern daher umgehend Maßnahmen seitens der Regierung.
Vor wenigen Tagen musste erneut in Österreich eine Frauenleiche aus ihrer Wohnung getragen werden. Es war bereits der 14. Femizid in diesem Jahr.
Nach Wien ist Tirol das Bundesland, in welchem am häufigsten Frauen umgebracht werden. Nicht immer endet Gewalt gegen Frauen und Mädchen tödlich, doch Fakt ist: Der Leiter der Gewaltschutzambulanz der Universitätsklinik Innsbruck sieht einen Rückschritt beim Frauenbild, wie er kürzlich gegenüber Medien klarstellte.
Frauenfeindliche Propaganda auf TikTok
Das Problem sei auch die Einstellung männlicher Jugendlicher. Kein Wunder, werden doch auf TikTok und Instagram haufenweise frauenfeindliche Männlichkeitsbilder propagiert, die dazu anregen, „Frauen unter Kontrolle zu halten“ – und das mit Gewalt.
Überall im Land versucht man dagegen vorzugehen. So gibt es etwa in der Steiermark das Projekt „Heroes“, dessen Zielgruppe junge Männer und Burschen aus „ehrkulturellen Milieus“ ist. Auch in Tirol gibt es einen regelmäßigen Beirat zu Gewalt, doch dieser geht Grün-LA Zeliha Arslan nicht weit genug.
Nach Wien gibt es in Tirol die meisten Femizide. Die zuständige SPÖ-Landesrätin Eva Pawlata muss jetzt endlich handeln.

LA Zeliha Arslan (Grüne)
Bild: Christof Birbaumer
Sie fordert mit dem Oppositionsantrag „Gewalt gegen Frauen* und Mädchen* stoppen: Gewaltschutz-Gipfel braucht es jetzt!“ ein konsequenteres Vorgehen gegen die Gewalt. Der Antrag wurde seitens der Landesregierung abgelehnt.
„Gewalt gegen Frauen fängt eben nicht mit dem Würgen und Schlagen an, es fängt bereits in der Erziehung und in der Sozialisation an. Es darf einfach nicht sein, dass der gefährlichste Ort für Frauen und Mädchen das eigene Zuhause ist“, sieht Arslan Sozial-LR Eva Pawlata von der SPÖ in der Pflicht. Hilfe unter: +43-800-222555.
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