„Krone“-Kommentar

Bitcoin: Rekord und viel Risiko

Wirtschaft
26.07.2025 06:00
Porträt von Georg Wailand
Von Georg Wailand

Wann immer es um Bitcoin geht, spalten sich die Meinungen: Jetzt ist der Bitcoin-Kurs nach einem brutalen Absturz wieder auf Rekordhöhe geschnellt. Das weckt die Gier vieler schlecht informierter „Anleger“, sie wollen auch von diesem Hype profitieren. Noch dazu, wo US-Präsident Donald Trump die Bitcoin-Szene befeuert und selbst im Bereich der Krypto- Währungen mitgemischt hat.

Bitcoin ist keine Währung wie der Dollar oder Euro, es ist ein Kunstprodukt mit klaren Spielregeln (so ist die Bitcoin-Menge limitiert, neue Bitcoins müssen unter enormem Energieeinsatz „geschürft“ werden) und es ist vor allem ein System, das außerhalb der üblichen Kontrolle der Finanzsysteme geschaffen wurde.

Der Wert der Bitcoins unterliegt großen Schwankungen: Ende 2018 ist sein Wert um 80 Prozent abgestürzt. Für viele „Investoren“ eine Katastrophe, inzwischen sonnt man sich wieder in neuen Kursrekorden. Solche Schwankungen sind kein normaler „Markt“, wer da mitmachen möchte sollte sich gut auskennen.

Wo liegen die größten Risken? Es ist kein klassisch kontrollierter Finanzmarkt, rund um den Bitcoin haben sich mehr als 10.000 alternative „Kryptos“ entwickelt (Ether als bekannteste davon ist die zweitgrößte); welcher private Anleger will da wissen was gut und schlecht ist? Dass Donald Trump die Bitcoin-Szene umwirbt, spricht nur dafür, dass er selbst dort gelegentlich absahnen will. Der US- Dollar wird weiter die wichtigste Währung der Welt bleiben.

Die Medien sind voll vom Betrügereien rund um die Bitcoins: Von überehrgeizigen Karriereristen bis hin zu Pensionisten: Alle wollen schnelle Gewinne machen, aber kaum jemand kennt die Risken. Die liegen, einfach gesagt, in drei Bereichen: Erstens beim Kauf (wie seriös ist der Anbieter); zweitens bei der Aufbewahrung (es gibt ja keine Geldscheine) und letztlich kommt die Stunde der Wahrheit, wenn man verkaufen will.

Profitieren können am ehesten Reiche, denen zwischenzeitliche Bitcoin- Abstürzte egal sind, weil sie Zeit bis zur nächsten Rekordjagd haben, am sichersten verlieren jene, die sich nicht präzise auskennen und von Kriminellen gnadenlos um ihre Ersparnisse gebracht werden.

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