Eine Sanierungsoffensive der Deutschen Bahn wird sich auch in Tirol bemerkbar machen. Die ÖBB wollen eine Verschiebung ausverhandeln. Ein kleiner Vorgeschmack sind die Bauarbeiten auf der Weststrecke, die Bahnpendler ab Donnerstag Geduld und Nerven kosten werden.
Wie berichtet, wird in Salzburg, Oberösterreich und Niederösterreich gewerkelt. Unter anderem fahren abweichend vom normalen Fahrplan alle Fernverkehrszüge 30 Minuten früher in Wien ab bzw. kommen bis zu 30 Minuten später dort an. Betroffen von den Bauarbeiten ist auch die WestBahn. Ein Vorgeschmack auf das, was Österreich erwartet, wenn die Generalsanierung der Deutschen Bahn (DB) in Bayern ankommt.
Wir wollen die Umleitungskapazitäten im Güterverkehr bei ca. 80 Prozent erhalten.
ÖBB-Sprecher Robert Mosser
Insgesamt werden von der DB 40 Strecken saniert
Insgesamt werden 40 Strecken saniert, 2026 ist der Abschnitt Nürnberg-Regensburg-Passau, 2027 der Abschnitt München-Rosenheim-Salzburg an der Reihe. Das sind Strecken, die für den Güter- und Personenverkehr über das deutsche Eck sowie über den Brenner von großer Bedeutung sind.
In Österreich versucht man bereits jetzt, sich vorzubereiten. Ziel sei es, Komplettsperren kurz zu halten und Ersatzmaßnahmen zu erarbeiten, erklärt ÖBB-Sprecher Robert Mosser. „Wir wollen die Umleitungskapazitäten im Güterverkehr bei ca. 80 Prozent erhalten“, sagt er, warnt aber: „Mit dem Umleitungsverkehr wird das österreichische Netz über große Bereiche an die Grenze der Leistungsfähigkeit gebracht.“
ÖBB wollen Verschiebung um ein Jahr ausverhandeln
Insbesondere die Fahrt über den Brenner wird herausfordernd. Denn zwischen München und Rosenheim, einer der wichtigsten Achsen für den Güterverkehr über den Pass, sind im ersten Halbjahr 2027 fünf (!) Monate Sperre vorgesehen. Zugleich wird aber auch an der Luegbrücke auf der A13 gebaut – Chaos ist vorprogrammiert. „Wir versuchen, eine Verschiebung um ein Jahr zu erreichen“, erklärt Mosser. Derzeit laufen diesbezüglich intensive Gespräche mit den deutschen und italienischen Infrastrukturbetreibern.
Die ÖBB rechnen mit stärkerer Nachfrage nach der Rollenden Landstraße (ROLA). „Wir werden alles dafür tun, für möglichst viele Lkw eine Alternative bieten zu können.“
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