Milliardenschwere Agrokonzerne greifen aktuell in Hunderten Ansuchen direkt auf das Erbgut unseres Gemüses und andere Flora zu. Sogar unser Bier ist ins Visier geraten.
In der Natur vorkommende Eigenschaften wie die Widerstandskraft gegen Krankheiten, Hitze oder Schädlinge werden im Auftrag großer Konzerne gezielt gesucht oder auch zufällig in Pflanzen gefunden. Und eben diese milliardenschweren Agrokonglomerate beantragen dann Patente auf diese wertvollen Eigenschaften. Tausende solcher „Entdeckungen“, Tausende wertvolle Eigenschaften werden damit zum Privateigentum einzelner Unternehmen. Konzerne gewinnen, Züchter, Bauern und wir alle als Konsumenten verlieren“, legt Arche-Noah-Aktivist Axel Grunt den Finger in die Wunde „blutender“ Pflanzen und Gemüsesorten.
„Neue Gentechnik“ hebelt Schutz konventioneller Pflanzen aus
In der Tat haben jüngste Recherchen von Umweltschützern jetzt gezeigt, wie die sogenannte „Neue Gentechnik“ missbraucht wird, um den bisher geltenden strengen Schutz konventionell gezüchteter Pflanzen vor Patenten auszuhebeln. Die Vorgangsweise: In vielen Fällen werden Merkmale, die in bereits existierender Lebensmittel-Flora vorkommen, mit der „Genschere CRISPR/Cas“ nachgebaut, sozusagen „neu kreiert“, um so den Eindruck einer Erfindung zu erwecken. Werden diese nach entsprechendem Patent erteilt, erstrecken sie sich dann sehr oft auch auf konventionell gezüchtete Pflanzen.
Bauern müssen das klare Recht behalten, ihr wertvolles Ernte-Erbgut zu ernten, weiterzugeben, zu tauschen und letztlich zu verkaufen.
Greenpeace-Europachef Alexander Egit
Konzerne sammeln Exklusivrechte von Tomaten und Bier
Konzerne wie BASF, Bayer, Carlsberg, Corteva, Heineken oder Syngenta haben sich bereits Exklusivrechte auf Tomaten, Melonen, Salat, Braugerste und Bier gesichert. Und sie wollen noch mehr. „Feldbewirtschafter und Züchter könnten bald nicht mehr frei über die Vielfalt an Arten und Sorten entscheiden. Auch eine ganze Palette an Lebensmitteln und Geschmäckern ist bedroht“, warnt auch Greenpeace-Europachef Alexander Egit.
EU-Saatgutrecht steht kurz vor Beschluss
Was ihn und Grunt im Namen der klein strukturierten heimischen Landwirtschaft und in Folge auch jener der Konsumenten zusätzlich Kopfzerbrechen macht: Parallel zu diesem Großangriff der Mega-Konglomerate wird in der Europäischen Union gerade ein neues Saatgutrecht beschlossen.
Rechte von Bauern und Konsumenten sind bedroht
Ein doppelter Angriff auf unsere Bauern und unsere Lebensmittel-Sicherheit! „Wir von Arche Noah hier in Schiltern bei Langenlois im Herzen Niederösterreichs fordern, dass die Vielfalt der Kulturpflanzen in den entsprechenden EU-Gesetzen oberste Priorität haben muss. Bauern müssen das klare Recht behalten, ihr wertvolles Ernte-Erbgut zu ernten, weiterzugeben, zu tauschen und letztlich zu verkaufen.“ Lebensmittel, Saatgut und die Rechte unserer Bauern sind also aktuell bedroht!
„Alle Wunder unserer Bergnatur bewahren“
Alpenrosen, Knabenkraut, Silberwurz, aber auch Edelweiß und Enzian säumen die Pfade der Wanderführerin Elmedina Hanak, wenn sie vom Wellness-Hotel Katschberg in den Sonnenaufgang aufbricht. „Die Flora hier oben am Aineck, aber auch am Zwillingsgipfel, dem Kareck, ist besonders verletzlich“, versichert die Topmanagerin. Ihre Obsorge gilt freilich auch den Kulturen im Tal des salzburgisch-kärntnerischen Grenzortes, der – wie berichtet – als der weltweit erste offizielle Klimagipfel längst globale Wellen schlägt.
Bergführerin mit flammender Botschaft
„Wir bewahren in Gemüsekisten aus Berglärchenholz die reiche Vielfalt an Küchenkräutern wie Ysop, Wermut oder auch Dill, Koriander, Bohnenkraut und Gewürzfenchel. Diese sprießen zu Hunderten“, versichert Bergführerin Elemedina. Flammende Botschaft der öko-beherzten Frau: Es gelte das, was uns die Natur so reichlich schenkt, zu ehren, zu bewahren und zu nutzen. Damit der Sonnenaufgang nicht zur Götterdämmerung der Menschheit werde.
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