Uralter Brauch des Prangstangen-Tragens ist in Vorbereitung. Was die Legende erzählt, wie die Damen fleißig binden.
Man nimmt immer je zwei Blüten versetzt und zieht es dann richtig fest“, erklärt Ursula Baier, selbst mit dem Brauch stark verbunden. Seit vielen Jahren hilft sie schon, wenn Tausende Blüten zu Girlanden werden.
Im Denkmalhof Maurerhaus fand sich eine Gruppe zusammen. Die Aufgaben sind über Jahrhunderte überliefert. Gender-Fragen haben da keinen Platz. Im Vorfeld arbeiten die Damen, bei der Prozession packen dann unverheiratete, starke Burschen an.
Die in Zahlen gegossene Tradition beeindruckt: Bis zu 300 Arbeitsstunden werden pro Prangstange investiert. Die Damen binden vor der Prozession bis zu 60.000 Blüten. Die höchste Stange misst acht Meter. Kleinere Varianten tragen schon Schulkinder stolz in die Kirche. Die Maximalhöhe schreibt der knapp höhere Innenraum vor.
Hitze setzte beim Vorbereiten schon zu
Die Grundlage im Blütenmeer ist weiß: „Die Stangen werden zuerst einmal mit Margeriten umwickelt“, erzählen Patrick Gfrerer und Lukas Baier, zwei der Träger, die bis zu 80 Kilo schwere Blüten-Stangen stemmen und balancieren. Bunte Blumen kommen über die weißen „Sunnawendla“.
Auch Enzian und Pfingstrosen dürfen für den uralten Brauch, der auf ein Gelübde wegen einer Heuschreckenplage zurückgeht, nicht fehlen. „Heuer gibt es wenig Rot, weil die Natur früher dran ist und die Pfingstrosen schon fast verblüht sind“, erzählt Johann Gfrerer. Erste Vorbereitungen starten zwei Wochen vorm großen Termin. Wegen der Hitze wurden die finalen Arbeiten in den kühlen Keller übersiedelt.
In Zederhaus findet die Prozession immer am Johannistag (24. Juni) statt – also heute. Zweiter Schauplatz für Prangstangen ist Muhr, jedes Jahr am 29. Juni zu Peter und Paul.
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