Trotz Schließung von sieben Raika-Filialen ist die Bargeld-Versorgung der Region gesichert. Bürgermeister einigten sich jetzt mit der Bank und erklären, warum das den Gemeinden 875.000 Euro spart.
Groß war der Wirbel, als Raiffeisen Anfang März die Schließung von sieben Filialen in den Bezirken St. Pölten und Lilienfeld bekannt gab. Wie berichtet, machten die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden – St. Aegyd, Hohenberg, Türnitz, Traisen, St. Veit, Kleinzell und St. Georgen – gemeinsam mobil gegen den Kahlschlag. Vor allem die Versorgung der Bürger mit Bargeld war ihnen ein großes Anliegen. Mit Protestnoten forderte man ein Umdenken des Konzerns, drohte mit der Schließung aller öffentlichen Konten.
Erste Erfolge, Schließungen verschoben
Rasch machte man unter dem Giebelkreuz einen ersten Rückzieher: Die Standorte Hohenberg und Kleinzell sperren wie geplant mit 30. Juni zu, St. Aegyd, Türnitz und Traisen erst nach Fertigstellung eines neuen „Kompetenzzentrums“ in Lilienfeld. Die Filialen in St. Veit und St. Georgen werden hingegen mit 2026 in Selbstbedienungsfilialen umgewandelt, hieß es.
Hinter den Kulissen gingen die Verhandlungen aber weiter, deren Ergebnis die „Bürgermeister-Allianz“ nun als großen Erfolg verkauft. Für fünf Jahre werden die Bankomaten im Bezirk Lilienfeld trotz der Schließungspläne weiterhin am Raika-Netz bleiben. Mehr noch: Die Bank übernimmt die vollen Kosten für den Betrieb. „Die Gemeinden sparen sich dadurch insgesamt 875.000 Euro“, so Christian Fischer (SPÖ) aus St. Veit an der Gölsen und Reinhard Hagen (ÖVP) aus Kleinzell. Und sie ringen sich sogar einen Dank an Raiffeisen ab: „Konstruktive und erfolgreiche Zusammenarbeit“ habe gezeigt, wie „effektiv gemeinsames Engagement für das Gemeinwohl sein“ sei. Das klang vor ein paar Monaten freilich noch ganz anders.
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