1984, mit 19 Jahren fing Monika Kaiblinger als Hebamme am Pyrhn Eisenwurzen Klinikum Kirchdorf an. 40 Jahre später blickt sie auf ihre Karriere und die vielen Veränderungen der vier Jahrzehnte zurück. Ob sie sich wieder für diesen Beruf entscheiden würde, erklärt die Micheldorferin im „Krone“-Interview.
Genau mitgezählt habe ich nicht, aber es dürften rund 3000 Babys sein“, erzählt Monika Kaiblinger stolz. So viele Kinder hat sie seit ihrem Einstieg im Jahr 1984 im Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum Kirchdorf „auf die Welt gebracht“. Als eine der jüngsten diplomierten Hebammen ihrer Zeit begann die Micheldorferin mit 19 Jahren auf der Geburtenstation, von der sie sich nun – nach 40 Jahren – verabschiedet.
Enorme Veränderungen
Vieles hat sich seit damals verändert: „Der Fokus bei der Geburt liegt heute auf den Wünschen und Bedürfnissen der Frauen. Statt Kojen im Kreißsaal, wo die Betten nur durch Vorhänge getrennt waren, gibt es nun zum Beispiel Wassergeburten mit gedimmtem Licht und Musik. Voruntersuchungen und Medizin haben Fehlgeburten massiv verringert, Kaiserschnitte haben sich fast verfünffacht. Auch Väter sind nun fast immer dabei“, schildert Kaiblinger.
Dicke Haut wird belohnt
„Auch die Wertschätzung des Berufs ist gestiegen: Ganz am Anfang waren wir nur drei, heute sind wir 18 Hebammen.“ Geburten sind extrem emotionale Ausnahmesituationen, wo oft verbale Entgleisungen passieren. „Aber das nehmen wir gar nicht wahr. Dafür dürfen wir uns mitfreuen, wenn alles geklappt hat. Das ist das Schönste überhaupt und sehr belohnend“, so die 59-Jährige.
„Würde es wieder machen“
Hätte sie noch einmal die Wahl, würde sie wieder Hebamme werden: „Das Finale der Schwangerschaft zu begleiten, ist ein Traum und auch für uns sehr belohnend und ein tolles Feedback. Natürlich ist nach wie vor jede Entbindung mit einem Risiko verbunden, aber viel weniger als noch vor wenigen Jahrzehnten“, ist Kaiblinger zufrieden.
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