Viele mittel- und osteuropäische Länder haben sich immer noch nicht von den Folgen der Pandemie erholt. Charity-Fürstin Ágnes Ottrubay, die geschiedene Frau von Esterházy-General Stefan Ottrubay, will da nicht länger zusehen und wird nun gegen diese bedrückte Stimmung aktiv.
„Ich bin keine Mutter Teresa. Trotzdem ist mir Nächstenliebe wichtig“, sagt Ágnes Ottrubay (64). Gerade steckt die Obfrau des Hilfsvereins „Vis Fontis“ in den letzten Vorbereitungen für ein Benefizkonzert, das am Donnerstag um 18:30 Uhr in der Evangelischen Kirche in Eisenstadt stattfindet.
Den musikalischen Rahmen bieten der Musiker und Komponist Ferry Janoska – er ist Gründungsvorstandsmitglied – sowie die jungen Stipendiaten Réka Nagy und Bálint Kovacs. Moderatorin und Fördermitglied Barbara Karlich wird durch den Abend führen und ausgewählte Texte vortragen.
Das Wohl der anderen im Fokus
Mit den Spenden will „Vis Fontis“ dann Mädchen und Burschen aus sozial schwachen Roma-Familien in Österreich, Ungarn, Rumänien, Serbien, der Slowakei und Ukraine unterstützen, die oft diskriminiert werden und kaum Chancen auf gesellschaftliche Teilhabe haben.
Konkret sollen mit den Geldern Sommercamps, Ausflüge und sportliche Aktivitäten finanziert werden, damit sie wieder neuen Lebensmut schöpfen können. Seit der Corona-Pandemie hat sich in den mittel- und osteuropäischen Ländern, in denen Ottrubay karitativ tätig ist, nämlich eine kollektive Depression breit gemacht:
Viele Menschen haben ihre Jobs verloren und ihre finanziellen und mentalen Reserven aufgebraucht. Auch ihr Ehrgeiz und ihre Lust, Dinge in Angriff zu nehmen, sind ihnen abhandengekommen. Die Armut ist bedeutend größer geworden. Die meisten Dörfer wirken wie abgewohnt, weil die Leute nicht mehr auf die Straße gehen. Die meiste Zeit verbringen sie Zuhause vor ihren Fernsehgeräten und vegetieren vor sich hin.
Charity-Lady Ágnes Ottrubay
Wieder etwas Positives erleben
Die Lethargie und Antriebslosigkeit der Erwachsenen wirke sich auch negativ auf die psychische Verfassung der Kinder und Jugendlichen aus. Ottrubay will sie nun aus dieser Schwermütigkeit und dem tristen Alltag herausziehen und dazu beitragen, dass sie gemeinsam wieder etwas Positives erleben und danach optimistisch in die Zukunft blicken: „Wir können keine Lösungen für dieses gesellschaftliche Problem liefern, aber wir können ein bisschen Leichtigkeit in das Leben der Betroffenen bringen.“
Schon Ende Juni finden deshalb in Ungarn drei Feriencamps statt. Im Juli und August folgen weitere in der Slowakei und in Rumänien. Ottrubay wird selbst vor Ort sein. Und wann denkt sie eigentlich daran, mal Urlaub zu machen und auszuspannen? „Wenn ich in meinem Seehaus in Trausdorf bin und Zeit zum Schwimmen finde. Hier im Burgenland kann ich meine Seele am besten baumeln lassen.“
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