Bundeskriminalamt

Schmutziger Krieg mit Geldwäschern im Land

Österreich
13.06.2024 16:00

Organisierte Banden waschen auch in Österreich große Summen – erst am vergangenen Wochenende gelang den Ermittlern des Bundeskriminalamts ein Erfolg gegen Online-Betrüger. 800.000 Euro wurden auf heimischen Konten eingefroren. Die Fahnder haben aber weiterhin alle Hände voll zu tun!

Sie lügen, betrügen, verschleiern ihre Taten und gaukeln heimischen Behörden und Betrieben großzügige Investitionen oder „unverdächtige“ Finanz-Transaktionen vor – die Rede ist von organisierten Kriminellen, die auch hierzulande Geldwäsche im großen Stil betreiben. Das Geld stammt dabei mittlerweile meist aus Betrügereien im Internet. Schwer nachzuverfolgen und zu bekämpfen. Doch es gibt auch Erfolge an polizeilicher Front.

Das beweist auch der am Donnerstag veröffentlichte Geldwäschebericht. Tausende Verdachtsmeldungen wurden im Vorjahr bei Banken (6482 Fälle) und Händlern von Kryptowährungen (1021) wie Bitcoin & Co. registriert. Während die Banken einen starken Anstieg im Jahresvergleich bemerken, sinkt bei den Kryptowährungen die Nachfrage aus dem Darknet.

Internationale Zusammenarbeit kann Täter stoppen
Erst vergangenes Wochenende konnten die Ermittler des Bundeskriminalamts (BK) eine Zahlung nach einem millionenschweren Trickbetrug in Frankreich stoppen. 800.000 Euro wurden auf einem Konto eingefroren, der Rest verschwand aber in China.

Scherscher und Verdier (re.) jagen die Geldwäscher im Land. (Bild: Josef Poyer)
Scherscher und Verdier (re.) jagen die Geldwäscher im Land.

Manuel Scherscher, Leiter der Abteilung 7 für Wirtschaftskriminalität im BK, erklärt: „Allein im Vorjahr gab es 8000 Verdachtsfälle in Sachen Geldwäsche. Die Tätergruppen sind international, daher braucht es auch gute Vernetzung im In- und Ausland.“ Im Fokus stehen für Top-Ermittler Louis Verdier auch die Gelder osteuropäischer Investoren.

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Wir müssen einfach das Bauchgefühl bei Rechtsanwälten und Co. stärken. Dubiose Investoren haben ihr Geld meist nicht aus legalen Geschäften lukriert.

Manuel Scherscher, BK-Abteilungsleiter

Vom „Wegschauen“ bis zum Beitragstäter
Erst im vergangenen Jahr wurde ein Anwalt gestoppt, der vehement einen lukrativen Deal mit dubiosen Ukraine-Geldern einfädeln wollte. Der Jurist erhielt jedoch lediglich ein Verfahren vor der standeseigenen Disziplinarkommission.

Banken, Rechtsanwälte und Notare werden nämlich eingehend von Ermittlern geschult, um auffällige Geldbewegungen zu stoppen. Der Erfolg gibt den Polizisten jedenfalls recht. Mehr Verdachtsfälle heißen ja immerhin auch oft auch mehr Klärungen.

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