Nach der Wahl ist vor der Wahl. Diese Binsenweisheit trifft für unsere gegenwärtige politische Situation zu. In drei Monaten – wobei man die Sommerferien abrechnen muss – finden die Nationalratswahlen statt. Und da ist das Ergebnis der EU-Wahlen für die Parteistrategen gewissermaßen die Ausgangsposition.
EINERSEITS schienen sich am Wahlabend alle politischen Parteien – mit Ausnahme der Sozialdemokraten allerdings – als Wahlsieger zu fühlen.
ANDERERSEITS dürfte da ziemlich viel Wunschdenken vorherrschen. Für Herbert Kickl und Kameraden bewies das Ergebnis, dass sie – zwar knapper als gedacht – aber doch erstmals jenseits der Umfragen einen Wahlsieg einfahren konnten. Und das dürfte auch bei den Nationalratswahlen so sein, wobei die EU-Wahl gezeigt hat, dass auch die blauen Bäume nicht in den Himmel wachsen. Für die schwarze Truppe um Nehammer wird das Ergebnis trotz eines Verlusts von 10% als Startschuss für das Kanzler-Duell mit Kickl interpretiert. Die Grünen sind nicht ganz so abgestürzt wie aufgrund der Affäre Schilling erwartet worden war. Und die Neos haben trotz ihres Eintretens für die „Vereinigten Staaten von Europa“ zugelegt.
Lauter Wahlsieger also, mit Ausnahme der SPÖ des Andreas Babler, die nicht von der Stelle kommt.
Wer aber nach dem 29. September die Geschicke des Landes bestimmen und vor allem die Probleme lösen muss, das bestimmten nicht die Parteistrategen, sondern die Wähler.
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