Der Yuntai-Naturpark im Norden Chinas zieht jährlich Millionen von Touristen an. Doch wie auf jüngsten Videoaufnahmen zu sehen ist, beruht die größte Attraktion des Parks auf einem Schwindel.
„Die Geschichte darüber, wie ich all die Mühen auf mich genommen habe, um zur Quelle des Yuntai-Wasserfalls zu gelangen, nur um ein Rohr zu sehen“, heißt es in der Bildunterschrift des geposteten Videos, das in sozialen Medien zum viralen „Hit“ avancierte und mittlerweile Millionen Aufrufe verzeichnet.
Es herrschen Verwunderung und auch Ärger über die Bilder, viele Wanderer und (Ex-)Besucher des Parks fühlen sich betrogen. Der daraus resultierende Aufruhr führte schließlich dazu, dass Beamte der örtlichen Regierung zur Überprüfung ausrückten.
Das Video (siehe oben) zeigt nämlich, dass ein Teil des Wassers des Yuntai-Wasserfalls, der als Chinas höchster Wasserfall gilt, aus einem in die Felswand eingebauten Rohr strömt – ganz ohne natürlichen „Ursprung“.
„Kleine Verbesserung“
Die Betreiber des Yuntai-Tourismusparks erklärten laut BBC, sie hätten diese „kleine Verbesserung“ während der Trockenzeit vorgenommen, damit die Besucher das Gefühl hätten, dass sich ihr Ausflug gelohnt habe.
Als saisonale Kulisse kann ich nicht garantieren, dass ich jedes Mal in meiner schönsten Form bin, wenn ihr mich besucht. Ich habe nur während der Trockenzeit eine kleine Verbesserung vorgenommen, damit ich für meine Freunde am besten aussehe.
Die Betreiber des Yuntai-Tourismusparks
Im Wortlaut einer Stellungnahme heißt es: „Als saisonale Kulisse kann ich nicht garantieren, dass ich jedes Mal in meiner schönsten Form bin, wenn ihr mich besucht. Ich habe nur während der Trockenzeit eine kleine Verbesserung vorgenommen, damit ich für meine Freunde am besten aussehe.“
Nicht das erste Mal, dass China trickselt
Der Yuntai-Wasserfall ist aber nicht der einzige "Betrug": Der Huangguoshu-Wasserfall, ein berühmtes Touristenziel in der südwestlichen Provinz Guizhou, wird seit 2006 durch ein Projekt zur Umleitung von Wasser aus einem nahe gelegenen Staudamm unterstützt, um seine Wassermenge während der Trockenzeit aufrechtzuerhalten.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.