Aus fürs "Hanappi"?

Rapid-Boss Edlinger spekuliert mit Stadion-Neubau

Sport
09.11.2012 09:07
Bei Rapid-Präsident Rudolf Edlinger hat im Zusammenhang mit der Stadionfrage offenbar ein Meinungsumschwung eingesetzt. Der Ex-Finanzminister deutete am Donnerstagabend in einem ORF-Interview an, dass er sich einen Neubau vorstellen könne. Bisher war immer nur davon die Rede gewesen, das Hanappi-Stadion komplett zu sanieren und im Idealfall etwas auszubauen.

Nun überlegt Edlinger eine neue Variante, weil der Zustand der aktuellen Rapid-Heimstätte schlimmer als angenommen ist. Denn wie eine genaue Untersuchung ergeben habe, reichten laut dem Rapid-Chef die von der Stadt Wien zugesagten 17,7 Millionen Euro möglicherweise nicht einmal für die Sanierung aus. Eine deutliche Erweiterung des Fassungsvermögens wäre demnach genauso teuer wie eine neue Arena mit einem Fassungsvermögen für 25.000 bis 30.000 Zuschauer. Die Kosten dafür bezifferte der ehemalige Finanzminister auf 40 bis 45 Millionen Euro.

Edlinger: Hanappi-Stadion abreißen
Selbst wenn die Stadt Wien dafür einige zusätzliche Millionen locker machen sollte, fehlt für dieses Projekt weiterhin ein hoher Betrag, zumal bisher keine privaten Investoren aufgetrieben wurden. Aufgrund der zu erwartenden höheren Einnahmen durch das neue Stadion hält es Edlinger für vorstellbar, dass der Verein einen Kredit zwischen zehn und 15 Millionen Euro aufnimmt - womit allerdings noch immer ein Millionenloch bleiben würde. Geht es nach dem 72-Jährigen, dann soll das 35 Jahre alte Hanappi-Stadion niedergerissen und an gleicher Stelle neu gebaut werden.

Die dadurch zu erwartenden bürokratischen Hürdenläufe könnten Edlingers Vorhaben jedoch verhindern oder zumindest empfindlich verzögern. "In einem Jahr müssen wir wissen, ob wir dafür die Baugenehmigung bekommen oder nicht", sagte der Rapid-Präsident. Sollten tatsächlich eine Baugenehmigung eintrudeln und die finanziellen Mittel aufgestellt werden, könnte es schnell gehen: Edlinger schätzt die Bauzeit für die neue Arena auf ein Jahr. Errichtet werden könnte sie von jenem deutschen Unternehmen, das auch die Stadien in Augsburg, Aachen und Dresden baute.

Keine Freude mit kolportiertem Standort Auhof
Fix ist derzeit aber nur so viel: Durch die zumindest verschobene Sanierung der maroden Heimstätte wird Rapid die Saison 2013/14 nicht wie ursprünglich angekündigt im Happel-Stadion, sondern im Hanappi-Stadion in Angriff nehmen. Dem zuletzt im Gespräch gewesenen Standort Auhof kann der Präsident allerdings nicht viel abgewinnen, weil man in diesem Fall den Lainzer Tiergarten "anschneiden" müsste. "Da wären die Wiener wohl nicht sehr begeistert."

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