Mo, 18. Juni 2018

Vor 250 Mio. Jahren

19.10.2012 11:44

Zu warmes Meer am Äquator trieb Arten zu Wanderungen

In der frühen Trias, also vor 252 bis 247 Millionen Jahren, kam es in Äquatornähe zu einem rasanten Temperaturanstieg des Oberflächenwassers auf Spitzenwerte bis zu 40 Grad Celsius. Dies hatte massive Auswirkungen auf die Meereslebewesen, wie ein internationales Forscherteam, darunter Yanlong Chen, Dissertant am Institut für Erdwissenschaften der Universität Graz, nachweisen konnte. Die verschiedenen Arten mussten abwandern.

Die hohen Temperaturen machten ein Überleben in den niedrigen Breiten zwischen 30 Grad nördlicher und 40 Grad südlicher Breite für nahezu alle Meerestiere unmöglich. Zum Vergleich: Die heutige Oberflächentemperatur der Meere am Äquator liegt im Jahresschnitt zwischen 25 und 30 Grad Celsius. Kalkalgenwüsten, ein Abwandern der verschiedenen Arten in höhere Breiten sowie die Reduktion der Körpergröße sind die nachweisbaren Folgen solch unwirscher Temperaturbedingungen.

Der Temperaturanstieg hatte aber nicht nur Auswirkungen auf die Ozeane: Es kam auch zu einem Rückgang von Landtieren und -pflanzen, was den Mangel an Kohleablagerungen in der Frühen Trias erklären kann, so die Forscher.

Messung an Fossilien
"Die absoluten Temperaturmessungen basieren auf Sauerstoffisotopenmessungen an Fossilien", erklärte Yanlong Chen im Gespräch. Konkret handelt es sich um Conodonten, die Zahnelemente fischartiger Tiere des Erdmittelalters, die aus dem Nanpanjiang-Becken in Südchina stammen.

Im Laufe des Lebens nimmt jeder Organismus kontinuierlich leichtere und schwerere Sauerstoffisotope (O16 und O18) auf. In Kaltzeiten wird das leichtere Isotop allerdings in den entstehenden Eismassen eingelagert. Dadurch entsteht ein relativer Überschuss der schwereren Isotope im Meerwasser, und die Organismen bauen vermehrt schwere Sauerstoffisotope ein. Aufgrund der Sauerstoffisotopenverhältnisse in den Fossilien kann daher auf die damaligen Temperaturen geschlossen werden.

Extreme Temperaturen trugen zu Artensterben bei
Dass eine globale Erwärmung in den unterschiedlichsten erdgeschichtlichen Perioden eine indirekte Auswirkung auf bedeutende Aussterbeereignisse hatte, war bereits bekannt. Die neuen Ergebnisse zeigen aber, dass "extreme Temperaturen einen direkten Zusammenhang auf das Aussterben und die anschließende Regenerationsphase von Arten an der Perm/Trias-Grenze haben können", schreiben die Wissenschaftler. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift "Science" veröffentlicht.

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