Di, 21. August 2018

Rede vor Richterin

18.10.2012 16:36

Schettino: "Habe alles getan, um Leute zu retten"

Die umfangreiche Beweisaufnahme in der Causa "Costa Concordia" ist auch am Donnerstag in Grosseto fortgesetzt worden. Unglückskapitän Francesco Schettino, der eigentlich nicht zu Wort hätte kommen dürfen, wurde von der Richterin zu einer Stellungnahme zugelassen. Der 52-Jährige wies daraufhin sämtliche Vorwürfe der Staatsanwaltschaft zurück und versicherte einmal mehr, dass er in der Unglücksnacht alles unternommen habe, um die Passagiere zu retten.

Schettinos Verteidiger legten Dokumente und Beweismaterial zur Entlastung des Kapitäns vor, dem wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung 15 Jahre Haft pro Todesopfer drohen. Unter dem Material fanden sich unter anderem sämtliche bereits bekannte Vorwürfe gegenüber dem indonesischen Steuermann der "Costa Concordia". Dieser habe die Anweisungen Schettinos nicht verstanden, als der Kapitän ihn aufforderte, das Steuer nach links zu drehen und somit einen Aufprall des Schiffes auf einen Felsen vor der toskanischen Insel Giglio zu verhindern.

An Bord war die offizielle Sprache der Crew Italienisch, doch mehrere Mannschaftsmitglieder seien weder der italienischen noch der englischen Sprache mächtig gewesen, berichteten die Rechtsanwälte. Der Indonesier wird im Rahmen der Ermittlungen als Beitragstäter angesehen.

Reederei reagierte zu langsam auf Notfall
Auch Anschuldigungen gegenüber der Reederei des Luxusliners, Costa Crociere, gehörten zu Schettinos Verteidigungsstrategie vor der Richterin. So habe der Chef des Krisenmanagement-Teams zu lange gezögert, bis er die Hafenbehörden alarmiert und die Entsendung von Schleppern am Ort des Unglücks angefordert hatte.

Neben dem Kapitän droht sechs weiteren Crew-Mitgliedern und drei Managern von Costa Crociere eine Anklage. Zu ihnen zählt auch der österreichische Vizepräsident von Costa Crociere, der jedoch nicht vor Gericht erschien.

Bürgermeister kritisiert Verzögerung bei Bergungsarbeiten
Während die Beweisaufnahme auch noch die kommende Woche in Anspruch nehmen könnte, kritisierte Sergio Otelli, Bürgermeister der Insel Giglio, die Verzögerungen bei der Bergung des Kreuzfahrtschiffes. "Die Inselgemeinschaft erleidet gravierende Wirtschaftsschäden wegen des Wracks. Wir wollen verstehen können, warum es zu diesen Verspätungen kommt", protestierte der Bürgermeister. Aufgrund schlechter Wetterbedingungen in den vergangenen Wochen werde sich die Hebung des Schiffes in die Länge ziehen, hatte vor Kurzem der Geschäftsführer des mit den Arbeiten beauftragten Unternehmens erklärt.

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