Pröll erinnert daran, dass die Pendler aus Niederösterreich die Wiener Wirtschaft beleben. Verkehrszählungen in den Park-and-ride-Anlagen sollen feststellen, wo es zu Überfüllungen kommt. "Es geht darum, rasch Ersatzfläche zu finden, wobei der Straßendienst eingesetzt werden soll." Zudem erteilte er Niederösterreichs Verkehrslandesrat Karl Wilfing den Auftrag, mit Vassilakou und Wiens Finanzstadträtin Brauner über eine Co-Finanzierung von Park-and-ride-Anlagen zu verhandeln.
"Pickerl-Erweiterung hat zum Chaos geführt"
Robert Hergovich von der SP-Burgenland geht mit Vassilakou hart ins Gericht. "Die Pickerl-Erweiterung hat zum Chaos geführt. Vassilakou muss das rasch lösen." Hergovich fordert "Ausnahmeregeln" für Pendler sowie günstigere Garagen oder eine Rücknahme der neuen blauen Zonen. Fazit: Das Pickerl-Chaos ist zum Länderkampf geworden.
In Wien haben aber die Bezirke ein gewichtiges Wort mitzureden, denn sie bestimmen die Zonengrenzen. Ottakring will seine ausdehnen und bis zum Wienerwald Parkgebühren einheben. "Viele Bewohner vom Wilhelminenberg fordern nun das Pickerl", sagt Bezirkschef Franz Prokop. "Ich habe fast 1.000 Zuschriften innerhalb einer Woche erhalten." Die Ausdehnung könnte in wenigen Monaten erfolgen.
Viele Pickerl-Probleme nach wie vor ungelöst
Ungeachtet dessen gibt es zahlreiche Probleme mit den blauen Zonen. So beklagen Apotheker, dass sie für Firmen-Pkws keine Parkkarte erhalten: "Jeder Tischler oder Installateur bekommt eine, nur wir nicht, weil wir kein Gewerbebetrieb sind. Skandalös." Von den Politikern verhöhnt fühlt sich etwa eine Bewohnerin aus dem 15. Bezirk. Sie teilt sich mit ihrem Freund, der im Bezirk Floridsdorf wohnt, ein Auto. Die Frau musste sich nun in seinem Zulassungsschein als Mitbesitzerin eintragen lassen - was 200 Euro zusätzlich ausgemacht hat -, um zum Pickerl zu gelangen.
Eine Tullnerin, die in Wien ein Theater-Abo hat, wollte vom Bürgerservice eine Auskunft zum Parkpickerl. Die konkrete Information kostete sie sechs Anrufe und geschlagene eineinhalb Stunden Zeitaufwand. Als Denksport kann die Kennzeichnung hinter der Stadthalle betrachtet werden (Bild rechts). Hier wird zusätzlich darauf hingewiesen, dass die Kurzparkzone aus dem Nachbarbezirk endet. "Die reale Erkennbarkeit hinkt hinter der rechtlichen Zulässigkeit nach", erklärt ÖAMTC-Jurist Martin Hoffer.
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