Immer wieder ärgern sich die Bewohner der Meidlinger Wittmayergasse über eine Sozialeinrichtung. Häufig kommt es zu Problemen – am Sonntagabend gar zu einem Großeinsatz. Ein Verwirrter sprang dabei sogar aus dem Fenster.
Ein Großaufgebot an Einsatzkräften, bestehend aus sechs Krankenwagen, neun Polizeiautos und drei Feuerwehren, durchbrach die sonntägliche Abendruhe in der Wittmayergasse 11 in Meidling. Die Sondereinheit WEGA war auf dem Dach gegenüber platziert.
Verhandlungen blieben ohne Erfolg
Ein Mann stand am Fenster einer Betreuungseinrichtung der Diakonie, schrie Obszönes wie „Ich f.... die ganze Polizei!“ Die Situation: angespannt. Anrainer beobachteten die Szene, Kinder hatten Angst. Es wurde versucht, mit dem Verwirrten zu verhandeln – doch ohne entsprechenden Erfolg. Schließlich sprang der Mann, der Liebeskummer zu haben schien, doch vom Fensterbrett. Sein Glück: ein Sprungtuch, das in der Zwischenzeit ausgebreitet wurde, fing ihn auf. Es herrschte großes Aufatmen.
Einen ähnlichen Einsatz mit diesem Mann gab es bereits vergangenen am Dienstagfrüh. Es wurden anscheinend keine Maßnahmen ergriffen, dass so etwas nicht wieder passiert. Wir haben auch Angst um unsere Kinder.
Anrainer in der Wittmayergasse
Schon Tage zuvor kam es zu Einsatz
Die Anrainer fühlen sich aber längst in ihrer Lebensqualität durch das Heim, in dem man sich speziell um psychisch kranke Flüchtlinge und Migranten kümmert, stark beeinträchtigt. Denn bereits wenige Tage zuvor gab es einen ähnlichen Einsatz mit der gleichen Person. „Maßnahmen wurden anscheinend keine ergriffen, dass so etwas nicht wieder passiert“, übt eine Nachbarin Kritik an der Einrichtung.
Haus 11 sorgt immer wieder für Probleme
Auf den ersten Blick wirkt die geförderte Wohnhausanlage mit bester Infrastruktur gepflegt. „Doch auf Hausnummer 11 herrschen Missstände, immer wieder randalieren Junkies. Im Stiegenhaus riecht es häufig nach Urin und nach Erbrochenem“, klagt ein Familienvater. Auch andere Bewohner der Anlage sind genervt. „Wir fürchten um unsere Kinder, wenn wir sie im Gemeinschaftsgarten spielen lassen“, erklärt eine besorgte Mutter. Außerdem werde sie ständig von einem Unbekannten angestarrt.
Eine Sprecherin der Diakonie bestätigt, dass manche Kurzzeitbewohner auch suizidgefährdet sind. Bisher konnten diese Situationen immer beruhigt werden.
„Das Betreuerteam aus Ärzten, Sozialarbeitern und Psychiatern ist 7 Tage die Woche tätig. Es ist auch für die Anrainer da, wenn sich jemand verunsichert fühlt, was ja verständlich ist. Diese Möglichkeit wird immer wieder von Nachbarn genutzt“, erklärt Roberta Rastl, Sprecherin der Diakonie.
Wenn Sie oder eine Ihnen nahestehende Person sich in einer psychischen Ausnahmesituation befinden oder von Suizidgedanken betroffen sind, wenden Sie sich bitte an die Telefonseelsorge unter der Telefonnummer 142. Weitere Krisentelefone und Notrufnummern finden Sie HIER.
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