Oft ist es Unwissenheit, vielfach Ignoranz oder schlicht Respektlosigkeit – immer aber ein enormes Risiko für Weidetiere! Hundekot und Müll auf den Wiesen sind eine Gefahr für Kühe, Pferd und Co. und können diese sogar umbringen.
Johann Altmann hat einen Bauernhof mit Kühen in Graz-Andritz – und kann manchmal gar nicht glauben, was er im Heu oder auf seinen Kontrollgängen auf der Weide alles findet: „Plastik, Aludosen, Spielzeug, Tennisbälle, Flaschen und einmal sogar Damen-Unterwäsche“, kann ihn dahingehend nicht mehr viel verblüffen. Und Hundekot? In rauen Mengen.
Erschütternd, wie sich das achtlose Wegwerfen von Müll sich auswirken kann – sogar im Tod der Tiere kann das enden! Aludosen zum Beispiel können sich, kleingehäckselt durch Mähmaschinen, scharf wie ein Skalpell den Weg vom Maul in den Magen der Tiere schneiden. Landesveterinär Peter Eckhardt hatte so einen qualvollen Fall bereits. Und er berichtet auch von einem weiteren Fall, bei dem eine vom Tier verschluckte Schraube ihren Weg bis zum Herz fand und es durchbohrte.
Gefährlicher Erreger im Hundekot
Und dann wäre da noch Neospora Caninum – ein so kleiner wie teuflischer Erreger, den Hunde mittels Kot ausscheiden und den Weidetiere über das Futter oder Wasser aufnehmen. Mit fatalen Folgen. Eckhardt: „Das löst vielfach das Absterben des Kalbes im Mutterleib aus.“
Fünf bis sechs (!) Kälber verliert allein Johann Altmann im Jahr durch diesen Erreger. Von seinen knapp 70 Rindern sind 15 Prozent vom Virus befallen. Und das nur, weil die Besitzer ihre Hunde ihr Geschäft einfach in die Wiese machen lassen und die Hinterlassenschaften anschließend nicht einmal wegräumen. Und nein, Kot von Fleischfressern ist kein Dünger, so wie mache Besitzer oft fälschlich argumentieren, hält Landwirtschaftskammer-Vizechefin Maria Pein fest.
Und die Gespräche mit den Hundehaltern nutzen meist wenig: An Wochenenden, wo viele unterwegs sind, mögen weder Altmann noch Karl Obenaus, Sprecher der Grazer Bauern, auf ihre eigenen Wiesen gehen! „Das hält man nervlich gar nicht aus, was da an Antworten oder teils Beschimpfungen zurückkommt, wenn man den Leuten bewusst machen will, was hier angerichtet wird.“
Mit Verboten oder Besitzstörungsklagen wollen die Grundstücksbesitzer (zunächst) nicht reagieren, denn: „Es geht ja um ein Miteinander“. Aber sie setzen auf Bewusstseinsbildung. Und Obenaus fordert zudem: „Wir brauchen gerade auch am Stadtrand mehr Hundewiesen, die vernünftig angelegt sind.“
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