Seit 24 Jahren betreut Michaela Schäffer (57) ihren schwer behinderten Sohn Sven daheim. Und das, wie berichtet, gegen alle Widerstände und Hürden, die ihr in den Weg gelegt werden. Selbst die bekannte Lebens- und Sozialberaterin Margreth Tews, die sich auch sehr aktiv für den Schutz von Kindern einsetzt, ist fassungslos.
„Ich begleite den Fall schon seit Jahren. Was mit der Frau gemacht wird, ist unglaublich. Man wollte sie schon delogieren und hat sie verklagt. Man will einfach, dass sie Sven in ein Heim gibt“, sagt sie im Gespräch mit der „Krone“. Sie vermutet dahinter eine Art „System“. Weil Vereine und soziale Einrichtungen staatlich stark gefördert werden, will man möglichst viele Kinder und beeinträchtige Menschen in deren Institutionen unterbringen, so der Vorwurf von Tews. „Dabei ist das um ein Vielfaches teurer. In einem Heim kostet die Unterbringungen im Monat zwischen 36.000 und 50.000 Euro pro Person“, argumentiert die streitbare Mediatorin.
„Ich bin eigentlich am Ende“
Für Michaela Schäffer, die unbedingt eine persönliche Assistenz für Sven benötigt, wird die Zeit knapp. „Ich bin eigentlich am Ende. Ich kann nicht einmal zum Arzt gehen, weil ich niemand habe, der in dieser Zeit auf Sven aufpasst. Wegen seiner epileptischen Anfälle kann ich ihn nicht allein lassen“, ist sie frustriert.
Fall soll erneut geprüft werden
Da hilft es ihr wenig, dass sie kürzlich einen Brief von LH Thomas Stelzer bekommen hat, in dem er ihr für ihren Einsatz seine Wertschätzung ausgesprochen hat: „Ich brauch’ keinen Dank, ich brauch’ Hilfe.“ Zumindest hat Stelzer zugesichert, dass ihr Fall erneut geprüft werde.
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