Gesetzesnovelle

Neue Hoffnung für Kärntens verfallene Denkmäler

Kärnten
08.04.2024 06:01

Viele Baudenkmäler in Kärnten sind seit Jahren vom Verfall bedroht. Als markantestes Beispiel gilt dabei das Hotel Wörthersee in der Klagenfurter Ostbucht. Doch nun gibt es neue Hoffnung für Kärntens alte Bauten.

Wenn am 1. September das neue Denkmalschutzgesetz in Kraft tritt, könnte das Hoffnung für historische Baujuwele bedeuten, die bisher dem Verfall preisgegeben wurden – ohne rechtliche Konsequenzen. Denn das neue Gesetz sieht erstmals eine Erhaltungspflicht vor sowie mehr Geld für das Bundesdenkmalamt. Dessen Budget soll um sechs Millionen Euro aufgestockt werden.

Eines der bekanntesten Beispiele für vernachlässigte Baudenkmäler in Kärnten ist wohl das Hotel Wörthersee in der Klagenfurter Ostbucht. Nachdem der einstige Prachtbau in der vergangenen Jahren gleich mehrmals seinen Besitzer gewechselt hatte, steht das mittlerweile zur Ruine verkommene Gebäude erneut zum Verkauf. Doch bisher hat sich noch kein Interessent gefunden, der dem ehemaligen Hotel wieder neues Leben einhauchen könnte. Das dürfte wohl auch am mittlerweile erbärmlichen Zustand der Bausubstanz liegen. Sabine Biedermann und Barbara Hofer vom Verein zur Rettung des Hotels Wörthersee bedauern, dass es bisher nicht möglich war, den Verfall zu stoppen.

Brunnwirt-Haus: Das ehemalige Bürgerhaus im Zentrum von Grades im Metnitztal schmücken Fresken von Switbert Lobisser. (Bild: Grades)
Brunnwirt-Haus: Das ehemalige Bürgerhaus im Zentrum von Grades im Metnitztal schmücken Fresken von Switbert Lobisser.
Gasthof Pichler: Das zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert errichtete Haus in Federaun bei Villach gilt als einsturzgefährdet. (Bild: Federaun)
Gasthof Pichler: Das zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert errichtete Haus in Federaun bei Villach gilt als einsturzgefährdet.
Ratsch-Thresl-Haus: In diesem Haus in Klagenfurt lebte Theresia Kuttnig (1841- 1912), ein als Ratsch-Thresl weithin bekanntes Original.  (Bild: Rojsek-Wiedergut Uta)
Ratsch-Thresl-Haus: In diesem Haus in Klagenfurt lebte Theresia Kuttnig (1841- 1912), ein als Ratsch-Thresl weithin bekanntes Original. 
Schloss Waldenstein: Die einstige Burg wurde um 1150 im Auftrag des Bistums Bamberg erbaut und später zu einem Schloss erweitert. (Bild: Rojsek-Wiedergut Uta)
Schloss Waldenstein: Die einstige Burg wurde um 1150 im Auftrag des Bistums Bamberg erbaut und später zu einem Schloss erweitert.
Schrottenturm: Der 67 Meter hohe Turm in Krumpendorf wurde 1824 fertiggestellt.  (Bild: Klaus Kreuzer)
Schrottenturm: Der 67 Meter hohe Turm in Krumpendorf wurde 1824 fertiggestellt. 
Hotel Wörthersee: Das 1891 errichtete Hotel beherbergte einst 130 Gästezimmer und drei Speisesäle. Das baufällige Gebäude steht derzeit im Eigentum eines polnischen Investors. (Bild: Rojsek-Wiedergut Uta)
Hotel Wörthersee: Das 1891 errichtete Hotel beherbergte einst 130 Gästezimmer und drei Speisesäle. Das baufällige Gebäude steht derzeit im Eigentum eines polnischen Investors.

Ähnlich ergeht es auch anderen Baudenkmälern in unserem Bundesland. Markus Landerer, Obmann der Initiative Denkmalschutz, sieht die Vertreter des Landes in der Pflicht: „Kärnten ist in dieser Hinsicht leider Schlusslicht. In anderen Bundesländern wird viel mehr zur Erhaltung unseres Kulturerbes getan.“

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Wir begrüßen das neue Gesetz, aber es hat auch seine Schwächen. Die zusätzlichen sechs Millionen Euro sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Sabine Biedermann

Um die Zukunft der Baudenkmäler geht es heute, Montag, bei einer Diskussion im Kulturraum Ventil am Kardinalplatz in Klagenfurt (18.30).

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