Aufnahmetest

Mit Musik im Marschschritt: Die Neuen der MilMu

Kärnten
01.04.2024 20:29

Wer seinen Grundwehrdienst an Waffe und Instrument leisten will, muss schon einiges an Können mitbringen. Ein Lokalaugenschein beim Aufnahmetest der künftigen Militärmusiker.

Der Schranken geht auf, man hört den exakten Rhythmus der Schritte der marschierenden Soldaten – und eine Trompetenetüde: In der Khevenhüller-Kaserne in Lendorf bei Klagenfurt befinden sich die Probenräume der Militärmusik (MilMu) Kärnten, die für den Einrückungstermin im August ein Vorspielen angesetzt hat. „Die Militärmusik ist ein Bindeglied zwischen Militär und Bevölkerung“, weiß Kapellmeister Dietmar Pranter.

Mit seinen Musikern kommt er auf 120 Ausrückungen im Jahr. Das breite Repertoire reicht von Märschen, Hymnen und Fanfaren für feierliche Anlässe über Musik von Hollywood-Filmen bei Konzerten bis zu Tango und Twist bei Bällen.

„Mit mir sind wir 16 Kadersoldaten. 30 Musiker können ihren sechsmonatigen Grundwehrdienst und weitere sieben Monate bei der Kapelle leisten“, erklärt der Oberst.

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Im Kader hat jeder noch eine Zusatzfunktion, einer ist Instrumentenwart, einer für das Archiv zuständig, einer für die Uniformen, einer für die Technik, das Licht...

Oberst Dietmar Pranter, Militärkapellmeister in Kärnten

18 Männer sowie drei Frauen spielen heuer vor, wie der Osttiroler Mathias Lukasser, der bei der Kapelle in Ainet Trompete spielt und die Musikschule besucht: „Ich will meinen Grundwehrdienst musikalisch leisten und dann eventuell Musik studieren.“ Musikmeister Josef Schmidl bewertet Technik, Rhythmik, Vortrag, Gehör... Der Klagenfurter Trompeter Herbert Taschek, der schon in Wien an der Musikuni studiert, spielt sich in einem der kleineren Probenräume ein, während Stefan Schusser das Können des Zweinitzer Schlagwerkers Lukas Hausharter abklopft. Kilian Sepperer aus dem Mölltal will Johannes Glawischnig am Horn überzeugen.

Das Vorspielen längst hinter sich hat Johannes Unterkofler aus Fresach, der Flügelhorn und Trompete spielt, bereits Registerführer-Stellvertreter ist und die Unteroffizierslaufbahn eingeschlagen hat.

Katrin Podgornik aus Bleiburg spielt seit August 2022 bei der Militärmusik Klarinette: „Ich war damals das einzige Mädel, derzeit sind wir zu sechst, und ich bin hier von Anfang an herzlich aufgenommen worden.“

Neben den zahlreichen Proben, für die im mit „Notenbank“ beschrifteten Archiv 7000 Musiktitel lagern, stehen Dienste an der Waffe, wehrpolitische Bildung, das Exerzieren und Sport auf dem Programm. „Sport ist enorm wichtig, denn bei Ausrückungen müssen wir oft lange bei Hitze oder Kälte stehen, da muss die körperliche Verfassung sehr gut sein“, weiß Oberst Pranter, der selbst 1986 als Grundwehrdiener zu Kapelle gekommen ist, Jazztrompete studiert und in Graz, Wien sowie Linz die Ausbildung zum Kapellmeister absolviert hat.

Mit den Programmen seiner Kapelle begeistert er nicht nur in Kärnten. Und nach wie vor gilt, was Wagner in den Meistersingern sagen lässt und was am Orchesterprobenraum steht: „Meister wird, wen die Prob’ nit reut.“

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