ÖOC zieht Bilanz

Stoss zu Olympia-Pleite: “Es ist sehr schmerzlich”

Sport
12.08.2012 13:33
Am Schlusstag der 30. Sommerspiele hat das Österreichische Olympische Komitee in London eine Bilanz-Pressekonferenz gegeben. Hinsichtlich des medaillenlosen Abschneidens des 70-köpfigen ÖOC-Teams wollte Präsident Karl Stoss am Sonntag nichts beschönigen: "Es ist sehr schmerzlich. Ich hätte mir gewünscht, dass die rot-weiß-rote Fahne bei Siegerehrungen aufgezogen wird." Stoss will Österreichs Spitzensportförderung nun beim ÖOC gebündelt wissen.

Derzeit kommen die Gelder aus mehreren unterschiedlichen Kanälen. "Die Sportförderung und die Förderung von Olympia-Athleten muss klar in eine Hand gelegt werden", forderte Stoss. "Es muss klare Verantwortlichkeiten geben. Es wäre vernünftig, das in die Hände des ÖOC zu legen." Die zur Verfügung stehenden Mittel könnten effizienter eingesetzt werden. Im "Team Rot-Weiß-Rot" seien zuletzt 400 Sportler gefördert worden, 2004 waren es noch 200. "So viel zum Thema Gießkanne", meinte der ÖOC-Chef.

"Wir treten für ein selektives, gezielteres Fördern der Spitzenathleten ein", erklärte Stoss. "Richtung Rio muss man mit den Medaillenanwärtern arbeiten", ergänzte sein Generalsekretär Peter Mennel. Dafür werde es auch einen aus privaten Geldern finanzierten "Olympia-Kader" geben.

Stoss für mehr Effizienz
Das Sportministerium habe laut ÖOC-Angaben in den vergangenen 18 Monaten fünf Millionen Euro in sein Spitzensportförderprojekt investiert. Davon seien aber lediglich 850.000 Euro an die 70 tatsächlich in London engagierten Athleten gegangen. "Ziemlich die gleiche Summe ist für Marketingkosten aufgewendet worden", kritisierte Stoss. "Das könnte vielleicht effizienter verwendet werden."

"Kein Konflikt mit Sportminister"
Persönliche Probleme mit Sportminister Norbert Darabos nach dessen medial geübter Kritik am Abschneiden des österreichischen Olympia-Teams wies Stoss zurück. "Es gibt keinen Konflikt mit dem Sportminister", versicherte der ÖOC-Chef. "Wir wollen in aller Ruhe eine Analyse durchführen, wo es Verbesserungsbedarf gibt." Diese sei zuletzt noch nicht möglich gewesen, weil sich Darabos nur kurz bei den Spielen aufgehalten habe.

"Das ÖOC ist offen für jede Art der Kritik, sachlicher Kritik", betonte Stoss. "Wir wollen nicht in Selbstherrlichkeit versinken." Stattdessen verlangt der Olympia-Verband mehr Kompetenzen - auch finanzieller Natur. Es gehe dabei nicht um die komplette Sportförderung von bis zu 80 Millionen Euro, die zu einem großen Teil aus den Österreichischen Lotterien kommt, sondern lediglich um die Spitzensportförderung.

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