Williams verhinderte damit auch, dass Scharapowa am Montag zur neuen Nummer eins der Tennis-Welt wird. Wenn sie so weiterspielt, wird es nicht mehr lange dauern, und sie selbst wird sich wieder an der Spitze der Weltrangliste finden. Die aktuelle Nummer vier der Welt hat auch ein wohl einzigartiges Double geschafft, denn erst vor vier Wochen hatte sie ebenfalls an der Church Road ihren insgesamt fünften Wimbledon-Titel geholt.
Es war bereits der dritte Olympiasieg für Williams, aber der erste im Einzel. Von der Abgebrühtheit, die sie zuvor auf dem Platz gezeigt hatte, war im Anschluss nichts mehr zu sehen. Wenn man bedenkt, was Williams alles durchgemacht hat, ist dies auch verständlich. Im Februar 2011 erlitt sie eine lebensbedrohliche Lungenembolie und war schon zuvor wegen einer Fußverletzung außer Gefecht gewesen. Heuer schaffte sie in Wimbledon ihren ersten Grand-Slam-Triumph nach dieser schwierigen Zeit, nun gelang ihr am gleichen Schauplatz auch die Krönung ihrer so erfolgreichen Karriere. An der Seite ihrer Schwester Venus hat Serena außerdem noch die Chance auf ein drittes Doppel-Gold im Zeichen der Fünf Ringe.
Den "Golden Slam", also Olympia-Gold im Einzel zusätzlich zu Siegen in allen vier Majors, hatte zuvor nur Steffi Graf bei den Damen geschafft. Die Deutsche hatte dies 1988 sogar innerhalb eines Jahres geschafft.
Bemitleidenswerte Scharapowa
Williams benötigte gegen die bemitleidenswerte Scharapowa nur eine Stunde Spielzeit und gab im gesamten Turnierverlauf in sechs Matches nur 17 Spiele ab. Von Beginn an ließ die Amerikanerin im Finale keinen Zweifel aufkommen, wer die überragende Tennisspielerin des Olympia-Turniers ist. Die 30-Jährige legte mit einem zu null gewonnenen Aufschlagsspiel los - drei der vier Punkte waren Asse. Im Duell der beiden in Florida lebenden Glamour Girls überpowerte sie die russische Fahnenträgerin der Eröffnungsfeier - nach lediglich 30 Minuten stand es im ungleichen Duell 6:0.
Die Zuschauer auf dem Centre Court feierten Scharapowas einzigen Spielgewinn nach 45 Minuten mit warmem Applaus. Ansonsten waren bei Fans und Reportern vor allem ungläubige "Wow"-Laute zu vernehmen - angesichts einer überragenden Williams-Demonstration.
Bronze für Asarenka
Bereits vor dem Finale hatte sich die weiterhin Weltranglisten-Erste Viktoria Asarenka aus Weißrussland gegen Maria Kirilenko (RUS) mit einem 6:3-6:4-Erfolg die Bronzemedaille gesichert.
Bryan-Zwillinge holen Doppel-Gold
Die US-Zwillinge Bob und Mike Bryan sind zum ersten Mal Olympiasieger im Herren-Doppel. Die als weltbestes Duo geltenden Amerikaner bezwangen im Finale am Samstag das französische Duo Michael Llodra und Jo-Wilfried Tsonga mit 6:4, 7:6(2). Vor vier Jahren in Peking hatten sich die Bryans mit Bronze zufriedengeben müssen. Neben Silber ging auch Bronze an Frankreich, das kleine Finale entschieden Julien Benneteau und Richard Gasquet mit 7:6(4), 6:2 gegen die spanische Kombination David Ferrer und Feliciano Lopez.
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