Ein 28-Jähriger musste sich am Dienstag vor Gericht wegen versuchten Mordes und schweren Raubes verantworten. Er hatte im Vorjahr einen Taxilenker durch eine Vielzahl an Messerstichen schwerst verletzt haben. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
Nach einem brutalen Messerangriff auf einen Taxifahrer im September 2023 in Breitenfurt (Bezirk Mödling) ist ein 28-Jähriger am Dienstag am Landesgericht Wiener Neustadt zu 19 Jahren Haft verurteilt worden. Der Angeklagte soll den damals 49-Jährigen durch etwa 35 Stiche schwer verletzt haben. Der Mann wurde unter anderem wegen versuchten Mordes schuldig gesprochen. Zudem wurde er in ein forensisch-therapeutisches Zentrum eingewiesen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
Die Frage nach versuchtem Mord wurde von sieben der acht Geschworenen bejaht. Schuldig gesprochen wurde der Angeklagte auch – jeweils einstimmig – wegen schweren Raubes, Sachbeschädigung und wegen eines Vergehens nach dem Waffengesetz. Dem Opfer wurden 14.722 Euro zugesprochen. Mildernd wirkten sich bei der Strafbemessung der Versuch und das Geständnis aus. Erschwerend waren die „äußerst brutale und heimtückische Vorgehensweise“, sagte die vorsitzende Richterin Birgit Borns.
Ich konnte mich nicht kontrollieren.
28-jähriger Angeklagter
Kampf hinter dem Auto
Der in Tschetschenien geborene Beschuldigte soll am 11. September 2023 in den frühen Morgenstunden während der Fahrt „unvermittelt“ mit einem Klappmesser von hinten auf den Taxilenker eingestochen haben. Er habe einen Taxilenker ausrauben wollen, schilderte der 28-Jährige vor Gericht, habe „ein Messer herausgenommen und ein paar Mal von hinten zugestochen“, und: „Ich konnte mich nicht kontrollieren.“
Der damals 49-Jährige war daraufhin aus dem Fahrzeug gesprungen und hatte die Tür zugehalten, um den Angreifer am Aussteigen zu hindern. Der 28-Jährige verließ den Wagen auf der anderen Seite, es folgte ein Kampf hinter dem Auto. Dabei soll der Angeklagte auch ein Stanleymesser gezückt haben.
Der Lenker schaffte es dann wieder zurück in den Wagen und fuhr los. Der 28-Jährige soll durch das offene Fenster weiter zugestochen haben. Das Auto kam dann von der Straße und blieb seitlich im Graben liegen. Der Beschuldigte soll nachgelaufen sein und den türkischstämmigen Chauffeur nochmals mit Pfefferspray besprüht haben.
Dann stahl Angeklagte den Rucksack des Lenkers. Das Opfer konnte den Notrufknopf drücken, es wurde blutüberströmt zurückgelassen. „Ich habe gedacht, ich sterbe“, sagte der Mann. Dann habe er das Bewusstsein verloren. Der schwer verletzte 49-Jährige wurde in ein Wiener Spital eingeliefert.
Der 28-Jährige wurde zwei Tage nach der Tat in Mödling festgenommen. Als Motiv nannte er am Dienstag nach mehrmaligem Nachfragen Geldmangel.
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