Seit zwei Jahren herrscht Krieg in der Ukraine, fast ebenso lang kümmert sich das Office Ukraine in Graz um Künstlerinnen, die flüchten mussten. Zum Jahrestag des russischen Überfalls am 24. Februar machen diese gemeinsam mit in der Heimat verbliebenen Kolleginnen auf die untragbare Situation eines zermürbenden Krieges aufmerksam.
„Anfangs war die Unterstützung riesig, das ist heute nicht mehr selbstverständlich“, sagt Margarethe Makovec, die das Office Ukraine wenige Tage nach dem russischen Angriffskrieg mit Gleichgesinnten gegründet hat. Bis heute hält es die Solidarität mit den geflüchteten Künstlerinnen und Künstlern hoch, unterstützt sie in ihrer Arbeit, trägt zur Vernetzung bei und hilft ihnen, an Ausstellungen und Konzerten teilnehmen zu können. „Wir wollen keine Abhängigkeit erzeugen“, betont Makovec, „die Autonomie der Menschen muss oberste Priorität haben.“
Wir wollen keine Abhängigkeiten erzeugen, die Autonomie der Menschen muss oberste Priorität haben.
Margarethe Makovec, Office Ukraine
Zum zweiten Jahrestag des Einmarsches der Russen und zum zehnten der Krim-Annexion werden wieder einige Aktionen, die das Office Ukraine veranstaltet, an die unerträgliche Situation der Ukrainer erinnern. Auf den Info-Screens in den Straßenbahnen und Bussen sowie auf 20 City Lights in der Grazer Innenstadt sind aktuell zehn Plakate zu sehen, die von ukrainischen Künstlern und Künstlerinnen - jeweils fünf hier und fünf in der Ukraine - gestaltet wurden. Sie setzen sich mit den Erfahrungen und Emotionen der Vertriebenen und der Dagebliebenen auseinander.
Am Samstag, 24. Februar, wartet im „Raum“ in der Griesgasse 26 ab 17 Uhr unter dem Titel „Ukrainian War-Time Animation“ ein Filmabend mit Mykyta Lyskovs kurzen, bitterbösen und oft auch absurden Animationsfilmen über die Gräuel des Krieges.
Düsteres Wandbild
Und wie schon im Vorjahr gestaltet die in Graz lebende ukrainische Künstlerin Anastasiia Rudnieva im Grazer Volksgarten ein Wandbild. Waren es 2023 noch positive und hoffnungsvolle Signale, so dominieren heuer düstere Impressionen vom russischen Angriffskrieg ihre Darstellung.
Nach zwei Jahren macht sich auch in unseren Breiten ein wenig „Kriegsmüdigkeit“ breit, nichtsdestotrotz sollte man sich vor Augen halten, was dieser Angriff und ein möglicher Sieg der Russen auch für uns bedeuten würde. Unsere Hilfe und Solidarität für die Menschen in der Ukraine, aber auch die zu uns Geflüchteten sind da ein wichtiger Beitrag.
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