19.06.2012 12:58 |

Bevölkerungsplus

"Speckgürtel" wird üppiger: Großstadt-Vororte boomen

In der Großstadt arbeiten und am Land wohnen wird immer beliebter – das zeigt eine am Dienstag vom Städtebund präsentierte Statistik. Den höchsten Bevölkerungszuwachs verzeichneten demnach zwischen 2001 und 2011 die Städte und Gemeinden im Einzugsgebiet von Wien (Gänserndorf +28,1 Prozent) und Graz (Seiersberg +22,6 Prozent). Auch die Randgemeinden von Linz (Leonding +14,0 Prozent) und Innsbruck (Hall in Tirol +10,5 Prozent) wiesen deutliche Zuwächse auf.

Auffällig ist, dass im Gegensatz zu den Großstadtregionen strukturschwächere Gebiete einen großen Bevölkerungsschwund verzeichnen. In vielen Gemeinden in den alten steirischen Industrieregionen (Eisenerz -23,1, Murau -10,1, Köflach -8,6 Prozent) oder im nördlichen Waldviertel (Raabs an der Thaya -10,8, Litschau -10,1, Heidenreichstein -10,0 Prozent) ist dieser Trend nachvollziehbar.

Eisenerz altert, Lustenau boomt
Eisenerz hat mit 51,4 Prozent auch den geringsten Anteil an Personen im klassischen "Erwerbsalter" (20 bis unter 65 Jahre) überhaupt und ist damit wenig überraschend Schlusslicht bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen (12,2 Prozent). Zum Vergleich: Spitzenreiter Lustenau in Vorarlberg hat einen Anteil an "Jungen" von immerhin 24,7 Prozent.

Was die Landeshauptstädte angeht, hat Graz laut Angaben der Statistik Austria mit einem Bevölkerungsplus von 15,6 Prozent in den vergangenen Jahren am Stärksten zugelegt. Knapp dahinter folgt Eisenstadt mit 14,66 Prozent. Eine Bevölkerungszunahme im zweistelligen Bereich kann auch noch Wien vorweisen (10,58). Linz (+3,2), Salzburg (+3,8) und Bregenz (+3,86) stehen am anderen Ende der Skala. Die Großstadt ist dabei vor allem auch Anziehungspunkt für Personen mit Migrationshintergrund. 2010 lebten rund 80 Prozent der Personen ausländischer Herkunft in nur zehn Prozent aller Gemeinden.

Städtebund fordert mehr Unterstützung
Als Herausforderung für die Städte zeige sich laut Städtebund-Generalsekretär Thomas Weninger die Bereitstellung von Kinderbetreuungsplätzen. Betrachte man die Entwicklung der Kinderbetreuung bei Drei-, Vier- und Fünfjährigen in den vergangenen zehn Jahren, zeige sich, dass bei allen drei Alterskategorien beträchtliche Anstiege zu erkennen seien. So erhöhte sich die Betreuungsquote der Dreijährigen von 53,4 Prozent im Jahr 1999 auf mittlerweile 80 Prozent. Bei den Vierjährigen wurde eine Steigerung von 84,0 auf 95,5 Prozent verzeichnet, bei den Fünfjährigen von 90,2 auf 94,4 Prozent. Der Betreuungsgrad der bis Zweijährigen liegt aktuell bei 17,1 Prozent.

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