Die Ladefläche war abgedunkelte, es gab nichts zu essen oder trinken und auch keine Stopps - vorne am Steuer saß ein Schlepper, der Drogen eingeworfen hatte, um die Non-Stopp-Fahrt von Ungarn nach Deutschland zu überstehen. Deswegen stand der 36-Jährige nun in Ried im Innkreis vor Gericht.
In Braunau war Endstation, die Polizei stoppte den Ukrainer (36), der schließlich auch die Tür zu seinem Fiat Ducato öffnete. Den Ermittlern fiel die menschliche Ladung quasi entgegen. Denn es drängten sich 36 Personen, genauer gesagt Kurden, darunter 16 Kinder und Jugendliche, auf der Ladefläche. Sie wurden von der Polizei und Rettungskräften versorgt, der Schlepper kam in Haft. In seinem Blut wurde auch Kokain und Metamphetamin gefunden.
Der Schlepper, der in Ungarn schon einmal wegen des illegalen Transports von Menschen verurteilt worden war, stand nun in Ried im Innkreis vor dem Schöffensenat. Dieser fasste von der Höchststrafe, die zehn Jahre Haft beträgt, die Hälfte aus. Der Angeklagte nahm die fünf Jahre Gefängnis an, auch die Staatsanwaltschaft verzichtete auf Rechtsmittel – rechtskräftig.
Schlepper wollte Polizisten niederfahren
Heute, Dienstag, steht der nächste Schlepper vor Gericht. Dieses Mal in Linz: Der Angeklagte soll am Steuer jenes Kastenwagens gesessen sein, der im Oktober des Vorjahres der Polizei im Mühlviertel eine Verfolgungsjagd geliefert hatte.
Der 30-jährige Syrer, der 28 Menschen, darunter auch ein Baby, an Bord hatte, wollte sich in Helfenberg nicht stoppen lassen. Er fuhr auf die Polizisten zu. Einer rettete sich mit einem Sprung zur Seite. Dann umfuhr der Schlepper einen als Sperre quergestellten Sattelzug, ehe es in Zwettl an der Rodl an einer weiteren Lkw-Sperre kein Vorbeikommen mehr gab. Der Syrer lief weg, wurde gefasst, ging dann in der Zelle noch auf Polizisten los. Der Prozess ist für den ganzen Tag anberaumt.
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