Prinz Philip als Gast

Opernball: Für Spenden mit Sektkübeln angetanzt

Burgenland
08.02.2024 11:00

Vor mehr als 40 Jahren war auch Prinz Philip in der Staatsoper zu Gast - zwei Burgenländerinnen berichten in ihrem Buch über das Ereignis. 

Rund 5000 Gäste werden sich am Wiener Opernball tummeln, allen voran „Mörtel“-Gast Priscilla Presley, Sänger Heino, Oliver Pocher und Franco Nero (82), einst der kaltblütige Rächer „Django“ im gleichnamigen Italo-Western von 1966. Ob bewusst oder ungewollt – seit jeher drängen sich Promis im Rampenlicht und sorgen für legendäre Momente, so wie der 2021 verstorbene Prinz Philip – der Vater von König Charles III.

Duke of Edinburgh besuchte Opernball 1982
Prinz Philips Besuch am Opernball 1982 beleuchten Ingrid Schramm und Andrea Glatzer in ihrem Buch „Pannonische Schicksalslinien“. „Im britischen Empire spielte der ,Duke of Edinburgh’ und Gemahl von Königin Elizabeth II. stets die zweite Geige. Im internationalen Naturschutz war er der Queen aber einen Schritt voraus“, betonen die Autorinnen. Prinz Philip fiel ganz besonders durch seinen royalen Witz auf. 1981 hatte er das Präsidenten-Amt des internationalen WWF von seinem Vorgänger, Prinz Bernhard von den Niederlanden, übernommen. „Prinz Philip nahm seine Rolle sehr ernst und eignete sich ein profundes Fachwissen an, mit dem er der Beton-Mafia das Leben schwer machte“, verraten Schramm und Glatzer.

Finanzielle Unterstützung aus Kreisen der Reichen
Von Anfang an sei verstärkt darauf gesetzt worden, finanzkräftige Unterstützung aus den Kreisen der Reichen zu bekommen. Prinz Philip konnte dabei mit originellen Aktionen punkten. 1982 nutzte er seinen Besuch am Opernball, um in den Logen Spenden in Sektkübeln einsammeln zu lassen. „Der WWF Österreich hatte diese Hilfe bitter nötig“, so die Autorinnen.

Medienwirksamer Auftritt bei Langer Lacke
Zu Gast im Burgenland machte Prinz Philip Stimmung für die Erhaltung der Naturlandschaft. Dabei stieß er auf Widerstand der Bauern und Grundbesitzer. „Die ländliche Bevölkerung wartete ungeduldig auf das Auslaufen des Pachtvertrages im Jahr 1985, um das Gebiet der Langen Lacke wirtschaftlich nutzen zu können“, erklären Schramm und Glatzer. Die öffentlichen Auftritte der Adeligen, die sich mit Kutschen durch das Vogelparadies chauffieren ließen, hatten für Aufsehen gesorgt, wie sich der damalige Landesrat Paul Rittsteuer erinnern kann. „Prinz Philip ließ seinen Auftritt bei der Langen Lacke medienwirksam feiern. Ein Gespräch zwischen dem Gemahl der Queen und Landeshauptmann Theodor Kery dürfte allerdings etwas holprig verlaufen sein. Prinz Philip sprach ausgezeichnet Deutsch, aber nur, wenn er wollte und nicht mit jedem“, berichten die Autorinnen.

Unermüdlicher Einsatz für Naturschutz
Trotz Erfolg musste sich der WWF damals viel Kritik gefallen lassen. Das Engagement der Royals für den Artenschutz ist durch die Teilnahme an Großwildjagden infrage gestellt worden. Etwa wenn sich Prinz Philip mit einem von ihm erlegten Tiger in Indien fotografieren ließ. „In Erinnerung bleibt jedoch sein unermüdlicher Einsatz für den Naturschutz“, heißt es.

Jetzt schmieden die Autorinnen schon die nächsten Pläne. Bereits am Freitag, 9. Februar, steht um 17 Uhr in der Sektkellerei Anobis in Zurndorf eine literarische Kellerführung auf dem Programm.

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