Von Kindern, die immer wieder nachspielen, wie man Verschüttete aus den Trümmern zieht, erzählte ORF-Korrespondentin Katharina Wagner gestern im Ö1-Journal. Ein Kinderspiel, in dem sich ein tieftrauriges Trauma verbirgt. Mit ihrer Mutter waren sie stundenlang verschüttet, nachdem heute vor genau einem Jahr ein Erdbeben große Teile der Türkei und Syriens in Trümmer und bis heute andauernde Trauer gelegt hatte.
„Vor dem Erdbeben fing meine Tochter an zu sprechen, seitdem hat sie kein Wort mehr gesagt“, berichtet eine Mutter in der „Süddeutschen Zeitung“. Nur eines der unzähligen Beispiele dafür, wie diese Katastrophe vor allem in Kinderseelen Wunden hinterlassen hat, die sich nicht schließen können.
Jedes dritte betroffene Kind in der Türkei ist immer noch obdachlos, berichtet „Save The Children“. Sie müssen in Containern und Zelten ausharren, umgeben vom Schutt, der wie ein Symbol dafür ist, dass der Wiederaufbau nur langsam vorangeht. In Antakya zum Beispiel, dem antiken Antiochia, gebe es nichts mehr, so ein Einwohner, keine intakten Häuser, keine Schulen. „Kein Leben mehr.“
Zwischen all den Krisen, Kriegen und Katastrophen dieser Welt mussten die leidgeprüften Menschen in den Erdbebenregionen erfahren, wie schnell sie vergessen werden. Umso wichtiger ist an diesem traurigen Jahrestag die Erinnerung daran, wie sehr hier jede Hilfe nötig ist - damit gerade für die Kinder nicht auch noch ihre Zukunft unter den Trümmern begraben bleibt.
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