Nach Enthüllungen zu Rindertransporten nach Algerien warf „Rinderzucht Austria“ Vorarlberger Investigativ-Team mangelhafte Recherche vor. Die wollen das nicht gelten lassen.
Wenn es ums Tierwohl geht, versteht Tobias Giesinger keinen Spaß. Jahrelang setzte er sich mit dem „Verein gegen Tierfabriken“ dafür ein, insbesondere in der Landwirtschaft mangelhafte bis schlicht skandalöse Zustände aufzudecken. Nun gründete er gemeinsam mit Ann Kathrin Freude das Recherche-Startup „The Marker“, das ebensolche Missstände veröffentlicht.
Dieses Startup geriet nun unter Beschuss, nachdem im ORF-„Report“ Videomaterial über einen Rindertransport von Österreich nach Algerien ausgestrahlt worden ist. Der Dachverband der österreichischen Rinderzüchter kritisiert den Beitrag für seine „gravierenden journalistischen Mängel“. So seien etwa die auf ein Schiff verladenen (und teilweise verendeten) Kühe gar keine österreichischen. Auch sei aus dem Bildmaterial nicht ersichtlich, dass die Tiere tatsächlich „leiden“ würden, meint „Rinderzucht Austria“ unter anderem zu den gezeigten Einspielungen.
Stellungnahme ging auch an Kammer
Diese Vorwürfe wollen nun Tobias Giesinger und Ann Kathrin Freude nicht auf sich sitzen lassen und reagieren ebenfalls mittels schriftlicher Stellungnahme, die auch gleich an die Landwirtschaftskammer und das betreffende Bundesministerium erging. Punkt für Punkt widerlegen sie darin die Vorwürfe der Rinderzüchter. So seien etwa am Rohmaterial, das „The Marker“ dem ORF zur Verfügung gestellt hat, sehr wohl die österreichischen Ohrenmarken der verladenen Kühe zu sehen.
Die vielen Rückmeldungen aus der Bevölkerung, aber auch von Landwirtschaftsseite, zeigen das große Interesse an diesem Thema. Aus unserer Sicht fehlen für eine ausgewogene, öffentliche Diskussion noch Fakten vonseiten „Rinderzucht Austria“.
Tobias Giesinger, Ann Kathrin Freude, „The Marker“
„Sachliche Diskussion“
Zudem nutzten Giesinger und Freude die Gelegenheit, um „Rinderzucht Austria“ gleich noch einige offene Fragen zur Praxis des Tierexports nach Algerien zukommen zu lassen - versehen mit dem Wunsch, die Antworten mögen doch bitte bis 26. Jänner der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Das Team von „The Marker“ erhofft sich durch die weiteren Infos die Möglichkeit einer „sachlichen Diskussion“. Auf die Antworten darf man gespannt sein.
Das Thema Tiertransporte sorgt auch in ganz Österreich immer wieder für große Entrüstung und äußerst hitzige Diskussionen zwischen Vertretern von Landwirtschaft und Tierwohl.
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