Seit Jahresbeginn starben heuer 29 Menschen im Straßenverkehr in Kärnten - um acht mehr als im Vorjahr.
In den vergangenen zehn Jahren waren in Kärnten alljährlich zwischen 21 (im Jahr 2022) und 41 (im Jahr 2013) Verkehrstote zu beklagen.
Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) sieht die Hauptursachen für die fatalen Unfälle in der Ablenkung und in zu hohem Tempo.
Handy am Ohr wirkt wie Bier oder Wein
Wer mit dem Handy am Ohr telefoniere, so VCÖ-Expertin Lina Mosshammer, reagiere so schlecht wie ein Alko-Lenker mit 0,8 Promille. Allein die Kärntner Polizei hat im Vorjahr 8219 Handy-Delikte im Straßenverkehr geahndet. Handy-am-Steuer soll laut VCÖ ins Vormerksystem aufgenommen werden, wie es in zahlreichen EU-Staaten bereits üblich ist.
Weil angepasstes, niedriges Tempo den Anhalteweg reduziert, sinkt das Unfallrisiko.
Langsam bedeutet oft auch sicher
Ein Pkw, der auf der Freilandstraße 80 km/h fährt, hat bei normaler Reaktionszeit auf trockener Fahrbahn einen Anhalteweg von rund 51 Metern. Fährt der Pkw 100 km/h dann verlängert sich der Anhalteweg auf 74 Meter, nach 51 Metern hat der Pkw noch eine Geschwindigkeit von 66 km/h, macht der VCÖ aufmerksam. Ein Zusammenstoß mit diesem Tempo kann schwere Verletzungen zur Folge haben.
Der Anhalteweg bei Tempo 30 beträgt rund elf Meter und ist bei Tempo 50 mit 24 Metern doppelt so lang. Daher würde Tempo 30 statt 50 im Ortsgebiet die Sicherheit erhöhen, so der VCÖ, der ja darum kämpft, dass Gemeinden solch ein Tempolimit einfacher als derzeit umsetzen können.
Den Ausbau des öffentlichen Verkehrs sieht der VCÖ positiv, denn Bus und Bahn seien sicherer als Auto, Moped oder Motorrad.
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