Martin Reiter ist in Tirol als rühriger Heimatforscher bekannt. Seine ganz große Passion ist das Lied „Stille Nacht“. Und das nicht nur, weil er aus der Familie von Josef Mohr stammt.
Wenn er nur die kleinste Spur gefunden hat, dann verbeißt er sich in diese wie ein klassischer Detektiv, so wie wir sie zum Beispiel aus der Feder von Agatha Christie und Conan Doyle kennen. Martin Reiter ist hierbei aber nicht an der Aufklärung von mysteriösen Gewalttaten interessiert.
Der 1963 im geschichtsträchtigen Sankt Gertraudi geborene hauptberufliche Marketingexperte ist seit Jahrzehnten auf der Suche nach den oft scheinbar kleinen, großteils unbeachteten Geschichten in der großen und bekannten Tiroler Geschichte. Er rundet diese dann mit interessanten, spannenden, erheiternden und oft sehr „menschelnden“ Begebenheiten und Details ab und macht somit das geschichtliche Bild unseres Heimatlandes greif- und begreifbarer.
Das „ewige Lied“, das zur „ewigen Passion“ wurde
Dieses unermüdliche Schaffen des rührigen Tirolers, der dafür letztes Jahr mit dem Berufstitel Professor ausgezeichnet wurde, wird angetrieben aus Neugier, Wissensdurst und der verständlichen Entdeckerfreude, wenn er ein neues, bisher nicht bekanntes Detail akribisch ausgeforscht hat und es darauffolgend öffentlich präsentieren kann.
Zuhause wurde oft darüber gesprochen, dass wir mütterlicherseits aus der Verwandtschaft des Priesters Josef Mohr, der 1816 den Text des weltbekannten Weihnachtslieds ’Stille Nacht, Heilige Nacht’ verfasste, abstammen.
Martin Reiter
Eine Begebenheit unter allen hat in seinem Geist und in seinem Herzen einen immens großen Stellenwert und dies seit frühester Kindheit, wie er gegenüber der „Krone“ betont und dazu weiter ausführt: „Zuhause wurde oft darüber gesprochen, dass wir mütterlicherseits aus der Verwandtschaft des Priesters Josef Mohr, der 1816 den Text des weltbekannten Weihnachtslieds ’Stille Nacht, Heilige Nacht’ verfasste, abstammen.“
Forschungsergebnisse im Buch „Stille Nacht“
Die Familie Mohr stammt ursprünglich aus dem Land Salzburg, der Lauf der Geschichte aber verstreute sie über verschiedene Bundesländer. Diese familiären Wurzeln und der Inhalt seines ersten Buches, welches die Zillertaler Sängerfamilie Rainer beinhaltet, welche das „ewige Lied“ hinaus in die Welt brachte, weckten den Spürsinn von Martin Reiter. Das zwischenzeitliche Ergebnis seiner Forschungen stellt das Buch „Stille Nacht“ dar, das in der ersten Auflage 2017 erschien und auf das 2018 eine erweiterte Auflage folgte.
Auch in diesem reich bebilderten Band bleibt Reiter sich selbst treu. Man ist nach der Lektüre verwundert und begeistert, wie viele Geschichten dieses berühmte Lied in seiner bekannten Geschichte trägt. „Stille Nacht“ lädt nicht nur zum Lesen ein, sondern auch zum Erleben und Bereisen der Erinnerungsstätten des „ewigen Liedes“ in Salzburg, Oberösterreich, Tirol und Bayern. Zu finden sind darin auch Kuriositäten wie ein Foto des exhumierten Schädels Mohrs, die 7. Strophe von Blasius Wimmer („Kufsteiner Mohr“) oder der erste Stille-Nacht-Forscher Joseph Bletzacher.
Forschungsarbeit an „Stille Nacht“ wird fortgeführt
Mohr und der Lehrer Franz Xaver Gruber, die beiden Schöpfer des Liedes, ahnten nicht, dass ihr aus einer Notlage heraus entstandenes Werk einmal so eine globale Bedeutung erlangen würde. „Ich finde immer wieder etwas in Bezug auf das Lied, was bisher nicht bekannt war und werde in dieser Sache natürlich weiter forschen“, erklärt Reiter abschließend.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.