Di, 16. Oktober 2018

"Kony 2012"

18.03.2012 08:10

Auszucker des Video-Machers und Ugandas Gegen-Clip

Die Internet-Kampagne "Kony 2012" sorgt erneut für Aufregung: Während der Mitbegründer der US-Organisation "Invisible Children" und Mitinitiator der Kampagne, Jason Russell (im Bild links), nach einem Zusammenbruch ins Krankenhaus eingeliefert wurde, stellte der Premier Ugandas, Amama Mbabazi (im Bild rechts), selbst ein Video ins Internet, "um einige Dinge richtigzustellen".

Der 33-jährige Russell war in San Diego einigen Anrainern aufgefallen, die der Polizei einen "nur in Unterhosen bekleideten Mann" meldeten, "der die Fäuste auf den Gehsteig schlägt und den Verkehr aufhält". Beruhigungsversuche von Passanten hätten keine Wirkung gezeigt. Der US-Amerikaner wurde danach von der Polizei aufgegriffen - entgegen ursprünglichen Berichten aber nie verhaftet - und zur medizinischen Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

Russells Ehefrau erklärte kurz nach dem Vorfall, dass ihr Gatte "einige sehr irrationale Dinge gemacht hat, da er unter völliger Überschöpfung und Dehydration litt". "Wir dachten zuerst, dass vielleicht einige Tausend Menschen den Film sehen würden, aber innerhalb von nicht einmal einer Woche haben ihn Millionen Menschen rund um den Erdball gesehen. Während dies freilich großartig für die Kampagne gegen Joseph Kony ist, hat es auch große Aufmerksamkeit auf Jason gelenkt. Da der Film auch sehr persönlich ist, gingen ihm die Attacken gegen den Clip allerdings sehr unter die Haut", sagte Danica Russell in einer Stellungnahme zu dem Vorfall.

Ugandas Premier veröffentlicht eigenes Video
Indes hat Amama Mbabazi, der Premierminister Ugandas, am Samstag ein eigenes Video auf YouTube veröffentlicht, in dem er sich anfangs für das Interesse an "Kony 2012" und damit auch an seinem Land bedankt. Er verurteilt darin Joseph Kony als Kriminellen, "allerdings brauchten wir kein Video, um das zu wissen", erklärte Mbabazi. Die Polizei und Sicherheitskräfte Ugandas seien auf der Hut vor seinen Machenschaften, es sei aber nicht richtig, dass sich Kony - wie im "Invisible Children"-Video dargestellt - derzeit in Uganda aufhalte. Der Anführer der "Lord's Resistance Army" sei vielmehr bereits 2006 aus dem Land vertrieben worden und operiere nun in Nachbarstaaten.

Der Premier hielt zudem fest, dass Uganda entgegen "Kony 2012" kein "vom Krieg überzogener Staat sei", vielmehr "ist Uganda ein modernes, sich entwickelndes Land, in dem Frieden und Stabilität herrscht". Nicht umsonst habe der Reiseführer "Lonely Planet" seinen Staat als "bestes und interessantestes Land, das man 2012 besuchen kann", bezeichnet. Darum lud Mbabazi abschließend auch alle Zuseher auf einen Besuch ein. "Kommt und schaut euch Uganda selbst an, ihr werdet einen sehr anderen Ort vorfinden, als den, den Invisible Children darstellt."

Umstrittene Kampagne gegen Kindersoldaten
Das umstrittene Video "Kony 2012", das den seit Jahren vom Internationalen Strafgerichtshof gesuchten Rebellenführer "berühmt" machen will, wurde im Internet bereits Dutzende Millionen Mal angeklickt. In dem Clip ruft die Gruppe "Invisible Children", die gegen den Einsatz von Kindersoldaten kämpft, die Zuschauer auf, Druck auf US-Politiker zur Entsendung von Truppen nach Afrika auszuüben, um Kony festzunehmen.

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