Katias Kolumne

Ist Rot-Grün-NEOS ausgeträumt?

Politik
11.10.2023 12:00

In Deutschland wurde gerade die Ampelkoalition heftig abgewatscht. Auch in Österreich würde sich der linke Traum aus Rot-Grün-NEOS nicht mehr ausgehen. Und das spielt ausgerechnet Herbert Kickl in die Karten.

Denn der kann sich entspannt zurücklehnen. Wenn nämlich eine solche Dreierkoalition nicht mehr drinnen ist, stärkt das seine Position für Verhandlungen im nächsten Jahr. Die Saga, dass man Herbert Kickl verhindern müsse, wird obsolet, wenn sich das linke Gegenmodell nicht einmal mit viel Fantasie ausgeht. Und das tut es derzeit nicht.

Erinnern Sie sich, als die Ampel die beliebteste Koalitionsvariante war? 
Die Hoffnung der linken Reichshälfte in unserem Land, eine Ampelkoalition, würde nämlich nach derzeitigem Stand keine Mehrheit finden. Das ist besonders bitter, wenn man bedenkt, dass für die SPÖ noch im Vorjahr eine Koalition mit Grün und NEOS locker drinnen gewesen wäre. Mehr noch: Eine Zusammenarbeit aus den drei Parteien war sogar die beliebteste Variante bei den Österreichern!

Was passiert ist, dass es sich nun nicht mehr ausgeht 
Was ist passiert, dass „die Ampel“ plötzlich keiner mehr will? Nun, vor allem die Roten mussten nach den immerwährenden innerparteilichen Querelen ordentlich Stimmpotenzial einbüßen. Auch wenn sich dann letzten Endes Andreas Babler durchsetzen konnte: Beruhigt hat sich die Traditionspartei noch nicht, ein „Boost“ in den Umfragen ist nicht erkennbar. Babler wird strampeln müssen, um seine Partei hochzufahren. Derzeit ziehen ihm die anderen davon.

Die Erzählung, dass mit der Ampel alles besser wird, ist tot 
Dass in Deutschland - dem Ampel-Vorzeigeland - die regierenden Parteien im Sinkflug sind und bei den gerade geschlagenen Landtagswahlen in Bayern und Hessen abgewatscht wurden, tut für die österreichische Erzählung, dass mit diesem Dreier alles besser wird, auch nichts Gutes. Wer will denn noch an den frischen Wind einer Ampel glauben, wenn man für den Gegenbeweis nur einen Blick ins Nachbarland werfen muss?

Auch „Nein zu Kickl“ ist zu überdenken
Vielleicht wäre es daher klüger, die Füße angesichts der Ampel-Variante im Wahlkampf eher still zu halten. Für viele wirkt das auch nach der Watsche in Deutschland eher nach einer gefährlichen Drohung als nach einer echten Alternative. Und wenn wir schon dabei sind, könnte auch das rigorose „Nein“ zu Herbert Kickl überdacht werden. Strategisch wird das nämlich auch eher ihm selbst als den anderen Parteien helfen.

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