Do, 21. Juni 2018

Regelwerk angedacht

02.03.2012 16:30

Nach Amok-Übung: "Mehrfache Fehler" eingestanden

Die auf heftige Kritik gestoßene Übung zu einem Amoklauf-Szenario am Klagenfurter Bezirksgericht wird Folgen haben. Das haben nach einer Krisensitzung am Freitag der Präsident des Oberlandesgerichts Graz Manfred Scaria und der Kärntner Landespolizeikommandant Wolfgang Rauchegger angekündigt. Ein einheitliches Regelwerk zur Durchführung von Sicherheitsübungen ist angedacht. Vorher wird zwei Wochen evaluiert, disziplinarrechtliche Konsequenzen werden nicht ausgeschlossen.

"Eine Übung darf nie dazu führen, dass Menschen über eine Dreiviertelstunde unter Todesangst leiden. Eine weitere Professionalisierung solcher Übungen ist notwendig", sagte Scaria nach der Krisensitzung. Zuvor hatte er "mehrfache Fehler" bei Planung und Durchführung der Amok-Übung eingestanden.

Rauchegger gestand ebenfalls "Fehler auf beiden Seiten" - also bei Justiz und Polizei ein. Trotz fünf Besprechungen im Vorfeld der Übung war nicht geklärt worden, wer die Mitarbeiter über die Sicherheitsübung informieren wird. Schließlich tat es keiner. Daraus zieht der Landespolizeikommandant den Schluss: "Die Polizei wird keine solche Übung mehr machen, ohne dass wir uns versichern, dass die Mitarbeiter Bescheid wissen."

Nach der unangekündigten Übung, bei der ein Team der Polizei einen Amoklauf nachstellte und eine Person vermeintlich erschossen worden war, litten einige Mitarbeiter unter Schocks und mussten psychologisch betreut werden. Auch Krankenstände infolge der Übung gibt es, bestätigte Scaria. Disziplinarrechtliche Konsequenzen schloss der OLG-Präsident "falls es zu Pflichtverletzungen gekommen ist", nicht aus.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.